Freiburg verstehen

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Diese Liste für Neu-Freiburger erscheint im "Studentenatlas", ein Projekt von jetzt.de und SZ.de. Mehr Infos dazu findest du hier. Eine interaktive Freiburg-Karte für Studenten findest du hier.

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Illustration: Julia Schubert



Freiburg ist die Stadt mit den meisten Sonnenstunden im Jahr. Nach zwei Semestern wirst Du Menschen in Deiner Heimat mit der knackigen Bräune eifersüchtig machen. Badisch klingt irgendwie doch süß. Auch süß: Die drei Hochhäuser am Bahnhof werden gerne als „Skyline“ bezeichnet. An der Dreisam sitzen und Bier aus Sixpacks trinken: Damit kann man mühelos ein ganzes Sommersemester rumkriegen. Es stimmt, was man über den Südbadener sagt: gutes Essen, freundliche Mentalität. Auf dem Münstermarkt gibt es ohne Zweifel den besten Käsekuchen der Welt. Abwechselnd den "Höllentaler" lieben und hassen: Der Talwind kommt vom Schwarzwald und sorgt an heißen Sommertagen für angenehme Abkühlung, in kalten Nächten macht er den Nachhauseweg unerträglich zugig. Der Freiburger trägt Funktionsjacken, Trekking-Sandalen und Outdoor-Rucksack. Man kann also rumlaufen, wie man will, irgendjemand wird immer schlechter gekleidet sein alls man selbst. Das Fitness-Studio kann man sich sparen, die 220 Stufen zum Schloßberg-Turm sind Workout genug. Die "Lange Rote mit" als perfekten Snack entdecken: die lange rote Bratwurst mit gebratenen Zwiebeln auf dem Münstermarkt gehört zu Freiburg wie Badisch und die Bächle.  Weitere kulinarische Klassiker: Flammenkuchen mit Schmand, Zwiebeln und Speck, sehr zu empfehlen auf dem Freiburger Weinfest. Und die "Scherben" zur Fasnet, ein mit Puderzucker bestäubtes, dünn ausgewalztes Schmalzgebackenes. Ganz wichtig: Hier feiert man Fasnet. Nicht Fasching, nicht Fasent, und vor allem nicht Karneval. Wer mit dem Ganzen nichts anfangen kann, darf sich zumindest mit "Scherben" trösten, einem zuckersüßen, fettigen Gebäck, das es nur zur fünften Jahreszeit gibt. Man muss kein glühender Fan des SC Freiburg sein, aber zumindest Sympathie sollte man übrig haben für den Verein. Gewonnene Heimspiele machen die Innenstadt zur Partymeile, bei Niederlagen gibt’s überschwängliches Deprimiertsein. Das Wort "Abstieg" hier nicht zu oft in den Mund nehmen, bitte. Dem Trainer Christian Streich sollte man ausnahmslose Sympathie entgegen bringen. Fällt aber auch gar nicht schwer. Den Bands, die beim ZeltMusikFestival im Juli auftreten, kann man auch von den Grashügeln vor dem Hauptzelt aus zuhören. Ist fast genauso schön, wie in der ersten Reihe zu stehen. Und der Klang durch die Plane ist überraschend gut. Ja, der Bundestrainer Jogi Löw wohnt in Freiburg. Ja, er geht in seinem Lieblingscafé am Bahnhof  oft Espresso trinken. Der Freiburger reagiert aber eher betont cool, wenn der Bundestrainer in der Innenstadt spazieren geht. 

Text: sophie-passmann - Illustration: Katharina Bitzl

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