Göttingen verstehen

Was muss man wissen, um in Göttingen richtig anzukommen? Wie wird man ein guter Stadtbewohner? Hier sammeln wir alles, was du wissen musst.
eva-hoffmann



Mehr Infos zu Göttingen gibt es unter dem Label Atlas_Göttingen, den kompletten Studentenatlas samt interaktiven Stadtkarten findest du hier.

  Praktisch: Göttingen hat alles, was die "große" Nachbarin Hannover auch hat. Nur in klein, hübsch und fachwerk. Sommer ist, so lange noch Leute auf dem "Willi" Bier trinken. Die Pflanzen, mit denen die Dinos in "Jurassic World" gefüttert werden, gibt es wirklich. Zumindest fühlt man sich im Botanischen Garten unter überdimensionalen Riesenblättern wie ein Miniaturmensch.  Wer sich an die Distanzen in Göttingen gewöhnt, dem sind 30 Minuten Fahrtzeit zur nächsten Party schon zu viel. Die "Ode an Göttingen" ist ein sehr nerviger Ohrwurm, der sich nur durch einen noch nervigeren Ohrwurm verdrängen lässt. Drei heiße Schokoladen im Café Botanik machen genauso satt wie ein Essen in der Mensa. Drei heiße Schokoladen sollte man nicht in einer Zeitspanne von 60 Minuten trinken. Hochdeutscher geht’s nicht: Göttingen ist eine Oase für Dialektmuffel. Wer seinen Namen in Stein gemeißelt sehen will, sollte was mit Molekülen machen. (Überall in der Stadt hängen Namenstafeln mit mehr oder wenig bekannten Uni-Absolventen. Wer seine eigene Wall of Fame will, sollte was mit Physik machen.) Wenn das Fahrrad platt ist, liegt auch das Sozialleben brach. In der Innenstadt kontrollieren Polizisten gerne und regelmäßig die Verkehrstauglichkeit von Fahrrädern. Man sollte sich mit den "Forstis" anfreunden. Dann gibt es Weihnachtsbaum und Festbraten jedes Jahr gratis und aus erster Hand. Vom hässlichsten Gebäude der Stadt (dem Blauen Turm) aus kann man die schönsten Sonnenuntergänge beobachten. In Kellerbars vergeht die Zeit irgendwie schneller. Wenn man rauskommt ist es immer schon wieder hell. Generell wird Göttingens Nachtleben aber überschätzt: Wo so viele junge Leute zusammen kommen, müsste eigentlich jeden Tag was los sein. Trotzdem hat sich Mittwoch als einzig fester Feier-Tag etabliert, der Rest der Woche sieht weggehtechnisch eher mau aus. Dafür gibt es ständig irgendeine Sommer-, Einzugs- oder Abschiedsparty in einem der vielen WG-Häuser.    

Text: eva-hoffmann - Illustration: Katharina Bitzl