Indien, Ungarn und die Glam-Metal-Szene

In dieser Woche haben wir uns auf so manch unbekanntes Terrain begeben. Aber auch in unserem Land läuft so einiges falsch und das ist nicht nur Katja Riemann.
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„Dieses Land ist total kaputt“
Stell dir vor, wärst gezwungen, nach deinem Uni-Abschluss mindestens fünf Jahre in Deutschland zu arbeiten. Ein ätzender Gedanke, denn wer weiß schon, was in diesen fünf Jahren passiert. Für Studenten in Ungarn ist diese Regelung nun Realität – durch die Verabschiedung des umstrittenen Verfassungszusatzes. Charlotte Haunhorst hat [link=/texte/anzeigen/568230/Dieses-Land-ist-total-kaputt" target="_blank">sechs Studenten in Budapest besucht, die gegen das Gesetz protestiert haben.

„Die Kamera war unsere Tarnung“
Eigentlich wollte Franzi Schönenberger aus München einen Film über indische Künstler drehen. Doch dann verliebte sie sich in Jay und damit bekam ihr Film einen neuen Grundkonflikt: Wie bringt man indischen Eltern, die schon eine Frau für ihren Sohn ausgesucht haben, bei, dass dieser jetzt eine Freundin im Dirndl hat.

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Illustration: Julia Schubert



München, erlesen  
Das Schöne am Lesen ist es, sich in fremde Zeiten und Orte hineinzuphantasieren und sich vorzustellen, wie es an den Schauplätzen aussehen mag. Noch schöner aber ist es, durch eine Geschichte einen bekannten Ort mit neuen Augen zu sehen. Nadja Schlüter und Teresa Fries haben fünf Bücher gesucht, die dich in die Münchner Nachkriegszeit, Businesswelt oder Glam-Metal-Szene entführen.

Sehen, wo die Nazis marschieren  
Kurz vor Prozessbeginn sprechen alle wieder über die NSU-Morde. Aber die rechte Szene gibt leider noch mehr her – auch wenn wir das oft nicht wahrhaben wollen. In einer neuen interaktiven Karte soll nun alles gesammelt werden, was zu Neonazis in Deutschland zu finden ist: Von den Orten der Gewalttaten und der Aufmärsche bis zu Beratungsstellen für Aussteiger.

Fotografieren und fotografieren lassen  
Warum manche immer ihr Essen fotografieren und mit der Internetwelt teilen müssen, verstehen einige Menschen nicht. Und andere verstehen nicht, was man daran nicht verstehen kann. Mittlerweile haben Restaurants Angst vor schlechter Werbung, wenn nämlich Gäste ihr Essen skandalös unprofessionell fotografieren, dass es nicht wie im Hochglanz-Kochbuch aussieht. Kathrin Hollmer hat mit Restaurantinhabern gesprochen, die Food-Fotografie-Workshops veranstalten und lustige Tumblr zum Thema aufgetan. 

Und im Kosmos hat jetzt-Userin much_closer_than_the_moon unter dem schönen Titel „Bälleparadies“ geschrieben, warum sie sich jetzt schon auf die Hochzeit einer Studienkollegin freut. Nicht.

Worüber alle in der KW 12 geredet habe:  
Zypern und die Finanzkrise. Das Thema scheint eine allseitige Ratlosigkeit auszulösen. Russland gab bekannt, die Verhandlungen seien beendet, denn es gäbe kein Interesse an den Vorschlägen des zyprischen Finanzministers. Das Land beschwert sich indes über die deutsche Verhandlungsführung und es gibt Proteste der Bevölkerung mit „Fuck Europe“- Schildern und  Bildern von Merkel mit Hitlerbart. Die Banken in Zypern bleiben wohl noch bis Dienstag geschlossen. Die Europäische Zentralbank droht, sie werde ab dem 25. März kein Geld mehr aus Europa für die zyprischen Banken bereitstellen, wenn bis dahin kein Sanierungskonzept vorliegt.

Gedanken zur Nachrichtenlage:
Die angeklagten Football-Spieler aus Steubenville wurden wegen Vergewaltigung eines betrunkenen Mädchens auf einer Party verurteilt. Das besondere an dem Fall: Die Täter wurden auf Grund von Nachrichte, Fotos und Videos im Netz überführt. Eine amerikanische Netz-Analystin, war darauf aufmerksam geworden und hat belastende Daten gesichert, bevor sie gelöscht werden konnten. Die Angewohnheit ständig alles jedem mitzuteilen, kann also auch bei der Aufklärung von Verbrechen helfen.

Ohrwurm der Woche:  

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