Randale, Mauerbriefe und T-Shirt-Trojaner

Sie ist tatsächlich schon wieder vorbei, die Woche. Wir drücken noch mal auf Zurückspulen und Play und lassen alles ablaufen, was wichtig war.
christian-helten
Default Bild

Illustration: Julia Schubert



Montag

Diesen Samstag jährt sich der Bau der Berliner Mauer zum 50. Mal. Die Mauer trennte Menschen voneinander – auch Katrin und Henson. Sie wohnte im Osten, er im Westen, sie verliebten sich. Briefe waren ihr wichtigstes Kommunikationsmittel. Wir haben Auszüge daraus abgedruckt und mit Katrin darüber gesprochen, was das Briefeschreiben für sie bedeutet hat.

Die Band Klee macht Lieder, die in Werbespots genauso ankommen wie auf Indie-Mixtapes. Im Interview haben wir sie gefragt, wie das eigentlich sein kann. Eine Annäherung an den perfekten Popsong.

Nicht zu vergessen: Am Montag lag der Süddeutschen Zeitung das jetzt.de-Jubiläumsheft „Digitales Leben“ bei. Wer es versäumt hat, sich die Zeitung zu kaufen, kann es hier auch online durchblättern.

Dienstag  

Sie ist allüberall, die Nacktheit. Von Magazinen springt sie uns genauso ins Auge wie aus Musikvideos oder Werbespots. Seit einiger Zeit nimmt vor allem eine Variante des in den Medien dargereichten Unbekleidetseins überhand: Die ehrliche, ohne sexy Posen und Schminke, dafür mit kleinen weißen Mädchenbrüsten und schmalschultrigen Jungs. Unsere Autorin kann damit allerdings gar nichts anfangen.

 „Ich bringe mich auch wirklich oft in absurde Situationen“, sagt die Sängerin Oh Land im Interview. Sie hat gerade ihr zweites Album veröffentlicht, und ist so eine Art Glückspilz mit Kämpfernatur.

Mittwoch

Der Begriff Trojaner taucht meistens im Zusammenhang mit irgendwelchen Computerangriffen auf. Diese Woche erfuhr er eine neue Verwendung, und zwar in der Wortneuschöpfung Trojaner-T-Shirt. Die Initiative Exit Deutschland hilft Leuten aus der rechtsradikalen Szene beim Ausstieg aus derselben. Am vergangenen Wochenende verteilte sie anonym T-Shirts auf einem Rockfestival, deren Neonazi-Aufdruck beim Waschen verschwand und einen anderen zum Vorschein brachte.

Wie relevant ist das Wort Bügelsex? Und die Windeltorte? Das sind Fragen, die auf Wikipedia jeden Tag diskutiert werden, das Online-Lexikon betreiben Qualitätssicherung unter anderem damit, dass Artikel zur Löschung vorgeschlagen werden. Wir haben uns die besten Artikel aus der Löschliste angesehen   

Donnerstag
Während der Randalen in London und anderen britischen Städten organisierten sich die plündernden Massen vor allem über ihre Blackberrys. Die Gegenbewegung traf sich auf unter dem Hastag der Woche namens #riotcleanup zum Aufräumen.

Außerdem erreichte uns einer weitere Nachricht: Die Hackergruppe Anonymous hat angekündigt, im November einen Großangriff auf Facebook zu starten und das größte soziale Onlinenetzwerk voll und ganz kaputtzumachen. Wie man sich auf das digitale Armageddon vorbereiten kann, haben wir in unserem Notfallplan für die Zeit danach aufgeschrieben. 

Freitag

Die Staatsgewalt bekommt die Unruhen in London langsam wieder in den Griff. Dennoch, die Bilder der Jugendlichen, die in Kaufhäuser und kleine Läden stürmen und alles mitnehmen, was sie können, sorgen weiter für Diskussionen. Zum Beispiel darüber, ob das eigentlich wirklich eine Form des Protests ist oder bloße Bereicherung auf Kosten anderer? Gibt es Argumente dafür, dass die Plünderungen in London moralisch vertretbar sind? Unter Umständen schon – findet ein Professor für Sozialphilosophie.

Am Wochenende wird in Deutschland zwar nicht geplündert, aber doch demonstriert. Die Slutwalk-Bewegung aus Kanada kommt bei uns an, mit Aufmärschen in mehreren großen Deutschen Städten. Vorab haben wir mit der Münchner Organisatorin Lorena Jaume-Palasi gesprochen.

Text: christian-helten - Foto: smeyli /photocase.com

  • teilen
  • schließen