Interview: Stoppt die Steinigungen im Irak

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Worum geht es bei der Organisation of Women’s Freedom in Iraq? Unsere Organisation hat sich 2003 gegründet, gleich nach der Besetzung. Unser Ziel ist es, für Frauenrechte zu kämpfen und misshandelte Frauen zu schützen. Außerdem machen wir aufmerksam auf Gewalt gegen Frauen, die von den Besatzungsmächten, der irakischen Regierung und islamischen Milizen ausgeht.

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„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.

Illustration: Julia Schubert

Der Gipfel des Frauenhasses: Die Steinigung von Frauen, hier nachgestellt auf einer Demonstration für die Rechte iranischer Frauen Foto: reuters Im April habt ihr die Internationale Kampagne gegen Tötungen und Steinigungen von Frauen in Kurdistan gegründet. Was sind eure Ziele? Zum einen müssen Doas Mörder vor Gericht kommen. Steinigungen und alle anderen Formen der Gewalt gegen Frauen müssen endlich kriminalisiert werden: Die irakische Regierung legt bisher keinen Wert auf Frauenrechte. Die Nachlässigkeit ermöglicht Unterdrückung und Morde an Frauen in der Region. Und wie wollt ihr das erreichen? Wir haben eine Petition gestartet, die sich an die kurdische Verwaltung und an die irakische Regierung richtet. Bisher haben 6500 Menschen online unterzeichnet, und weltweit haben wir etwa 1000 Unterschriften gesammelt. Die Regierungen hier müssen mit internationalem Druck gezwungen werden, das Leben und die Rechte von Frauen zu schützen. Wie ist die Lage für Frauen im Irak? Nach aktuellen Erhebungen gab es im kurdischen Gebiet allein in den letzten drei Monaten 40 so genannte Ehrenmorde. Das zeigt, dass Gewalt gegen Frauen im Irak an der Tagesordnung steht. Sie werden entführt, vergewaltigt, angegriffen und ermordet. Man muss auch einsehen, dass das Land ja auf Grund der Besatzung vollkommen im Chaos versunken ist. Das macht die Situation für Frauen noch gefährlicher. Hat sich die Situation denn in den letzten Jahren deutlich verschlechtert? Die Lage ist generell nicht gerade großartig heutzutage. Es gibt viel Terrorismus und die islamistischen Gruppen sind mächtiger als je zuvor, da sie von Iran und anderen Ländern unterstützt werden. Sie verüben alle möglichen terroristischen Anschläge – eben auch gegen die Unabhängigkeit der Frauen. Meiner Meinung ist die Unterdrückung der Frauen in jeder Gesellschaft tief verwurzelt. Aber die politische Situation im Irak und in Kurdistan verstärkt ihren Opferstatus natürlich. Krieg, Mangel an Sicherheit, reaktionäre Regimes: All das wirkt zusammen gegen Frauen.

Text: caroline-vonlowtzow - und meredith-haaf

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