„Berlinale, Alter!“ Tag Nr.6: Mit Dorfpunks und Keira Knightleys Friend Rupert

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„Wie heißt noch mal der Sänger von Whitesnake?“ „Coverdale.“ „Ehrlich? Das hätte ich dem gar nicht zugetraut. Howard Coverdale? Geil.“

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Illustration: Julia Schubert

So startete gestern die Filmadaption vom Rocko-Schamoni-Klassiker „Dorfpunks“, der von Lars Jessen („Am Tag, als Bobby Ewing starb“) in Szene gesetzt wurde. Aber wie die Verfilmung vom thematisch ähnlich gearteten „Fleisch ist mein Gemüse“ von Schamoni-Buddy Heinz Strunk, geht auf dem Weg vom Papier auf die Leinwand viel verloren. Oder um es in den Worten der Protagonisten zu sagen: „Auf einer Skala von nicht geil bis ziemlich geil war es eher so halbgeil.“

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Illustration: Julia Schubert

This is Nick Hornby Nick Hornby („High Fidelity“) ist es da weitaus besser gelungen, seine schriftstellerischen Fähigkeiten ins Kino zu kegeln, wenn auch diesmal direkt als Drehbuchautor ohne den Umweg einer Romanvorlage. So wird die 16-jährige Jenny (Carey Mulligan) in „An Education“ sehr einfühlsam und ergreifend von einem älteren Mann aus der Langeweile der Vorstadt herausgeholt und ins Leben verführt. Überhaupt ziehen sich die Liebesaffären mit immensem Altersunterschied wie ein roter Faden durch die bisherige Berlinale-Filmografie: In „The Private Life Of Pippa Lee“ wurden sämtliche Beziehungen zwischen Gleichaltrigen konsequent aus dem Skript gestrichen, in „Der Vorleser“ führt Kate Winslet das deutsche Nachwuchstalent David Kross in die hohe Kunst der Liebe ein und im gestrigen Wettbewerbs-Beitrag „Cheri“ knattert Erotik-Ikone Michelle Pfeiffer völlig unverfroren mit Keira-Knightly-Lover Rupert Friend. Wir haben mit Rubert mal die beiden Damen durchgesprochen: Wie sehr nervt die Tatsache, in jedem Interview auf deine Beziehung mit Keira Knightly angesprochen zu werden? Rupert Friend: Ich kann das Interesse der Öffentlichkeit daran durchaus verstehen und habe daher in der Regel auch kein Problem damit, darüber zu sprechen. Viel schlimmer ist allerdings die Art und Weise, wie einige Fotografen versuchen, an Bilder von uns heranzukommen. Das geht oftmals zu weit und entspricht nicht mehr meinen Vorstellungen von moralischen Grundwerten. Wenn man dann Bilder von jemandem wie Britney Spears sieht, die völlig aufgelöst aus ihrem Auto steigt, dann liegt das oft gar nicht daran, dass sie langsam verrückt wird oder zu viele Drogen genommen hat, sondern daran, dass ihr seit zwei Stunden 50 durchgeknallte Fotografen gefolgt sind, die für ein einziges Foto über Leichen gehen.

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Illustration: Julia Schubert

Rupert und Michelle Im Gegensatz zu Keira ist Michelle ja ein ganzes Stück älter als du. Warst du als kleiner Junge denn auch in sie verknallt? Auf jeden Fall. Ich habe sie abgöttisch geliebt, als sie Catwoman gespielt hat. Das ist jetzt auch schon fast zwanzig Jahre her. In der Nacht, bevor ich sie zum ersten Mal getroffen habe, habe ich dann auch kein Auge zubekommen. Und als sie dann wirklich vor mir stand, konnte ich nur daran denken, was sie seinerzeit in „Batman Returns“ mit ihrer Zunge angestellt hat. Wow! Mein Vater ist immer noch eifersüchtig auf mich, dass ich in „Cheri“ nun die Liebe seines Lebens küssen durfte. Aber ein bisschen stolz ist er natürlich auch. Von der Sexyness war am Set aber vermutlich nicht mehr allzu viel zu spüren, oder? Nein, überhaupt nicht. Denn du gehst ja nicht nur mit Michelle Pfeiffer ins Bett - die ganze Film-Crew geht auch mit. Eine der Liebesszenen haben wir außerdem mit einer Microlense aufgenommen, einer riesigen und furchtbar lauten Kamera. Der Kameramann ist ein wahnsinnig netter Typ, aber der hat mit diesem Apparat wirklich neben uns auf dem Bett gesessen und aufs Laken geschwitzt. Sexy geht irgendwie anders.

Text: daniel-schieferdecker - Fotos: dpa, afp

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