Lass die Dinge passieren, sagt Lucas, 28, Markenberater aus München

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Was hast du gelernt oder studiert? Medien- und Kommunikationswirtschaft an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Ravensburg. Da ging es um BWL mit Schwerpunkt auf Medien- und Kommunikation und die Hälfte der Studienzeit war ich bei der Markenberatung Interbrand an verschiedenen Standorten (Köln, München, Hamburg, Zürich). Wie oder warum hast du dich damals für den Weg entschieden? Klingt seltsam, aber ich wollte Markenberater werden. Seit ich 16 bin haben mich alle Themen rund um Kommunikation, Marketing und Online interessiert. Ich habe schon neben der Schule Praktika in Agenturen gemacht und für kleine Firmen Websites und Visitenkarten entwickelt. Die Wahl eines sehr praxisbezogenen, darauf spezialisierten Studiengangs war für mich nur der logische nächste Schritt. Dass das nicht allen so geht, hab ich spätestens bei meinen Kommilitonen gemerkt, die sich manchmal schwer getan haben mit der frühen Festlegung, die dieser Studiengang für sie war. Aber für mich war das genau richtig. Was machst du heute beruflich? Ich bin Markenberater. Das heißt, ich helfe Unternehmen wie Loewe, BMW, Das Telefonbuch oder Payback bei der Markenführung. ich mache Analysen und entwickle Strategien oder Konzepte zum Beispiel für Markenidentitäten, Websites, Messestände, iPhone-Apps, Shops und andere Verkaufsflächen oder Events. Dabei habe ich viel mit Kunden zu tun, bei denen ich präsentiere oder an Workshops teilnehme. Und ich reise dafür viel durch die Gegend, so dass der ICE fast schon mein zweites Büro ist. Würdest du dich aus heutiger Sicht wieder so entscheiden? Klar. Genau so. Nur hätte ich vielleicht vor, während oder nach dem Studium noch ein paar Monate für eine große Reise eingeplant. Das habe ich nicht mehr geschafft, seit ich im Job bin. Aber sonst bin ich wirklich sehr zufrieden. Welchen Rat würdest du Schülern mitgeben, die 2010 die Schule abschließen? Plant nicht, macht was. Auch wenn euch viele Themen interessieren: Fangt einfach bei einem an statt euch so lange wie möglich viele Optionen offen zu halten. Meine Erfahrung ist, dass sich Chancen immer erst ergeben, wenn man beginnt, eine Sache konkret zu verfolgen. Das rum-eiern mit vielen Optionen bringt einen nicht weiter und macht unglücklich. Und auch wenn es im nachhinein bei mir so aussieht: Nicht jeder nächste Entwicklungsschritt den ich gemacht habe, war geplant. Ich wusste die grobe Richtung, aber wenn mir jemand nach dem Abi in Hamburg erzählt hätte, dass ich zehn Jahre später in München sesshaft geworden bin, hätte ich ihn ausgelacht. Die meisten Dinge lassen sich nicht planen, die passieren einfach. Und dann muss man sie nutzen.

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