In Berlin laufen gerade alle so rum

Und alles Wichtige, was du sonst noch über "Peaky Blinders" wissen musst.
Von Charlotte Haunhorst
Foto: BBC; Illustration: Daniela Rudolf

Die Serie

Beim Stichwort "1920er-Jahre" denkt man heute automatisch an Retro-Partys, auf denen Menschen Federn in den Haaren tragen und Zigarettenspitzen benutzen – durchtränkt von Sepia-Filtern. Bei der BBC-Serie "Peaky Blinders" bleibt der stylische Filter, alles andere ist allerdings sehr viel rougher: Im Zentrum der Geschichte steht eine Gangsterbande aus Birmingham, eben die "Peaky Blinders", bestehend aus den drei Brüdern Thomas (Cillian Murphy), Sam und Arthur Shelby. Die zum Teil vom ersten Weltkrieg traumatisierten jungen Männer machen ihr Geld mit krummen Deals um Waffen, Pferde und Gefälligkeiten. Wer nicht pariert, wird mithilfe der Gang-Schiebermützen, in denen sich Rasierklingen befinden, "geblendet" – ergo, ihm werden die Augen ausgestochen. Das alles ist zwar sehr ästhetisch umgesetzt (manche Kritiker zogen sogar Vergleiche zum Stil Quentin Tarantinos), wäre als einziger Handlungsstrang aber natürlich sehr deprimierend. Wie gut also, dass die Polizei die Bande verfolgt. Und zwar in Form der attraktiven Undercover-Agentin Grace. Und wie auch im wahren Leben stellt sich hier schnell die Frage: Ist wirklich jeder böse, der Böses tut?

Wo findest du die Serie?

"Peaky Blinders – Gangs of Birmingham" wird von der BBC produziert, in England lief vor Kurzem das Finale der dritten Staffel. In Deutschland hat man es damit leider etwas schwer – die ersten beiden Staffeln gibt es mittlerweile auf Netflix, Sky und Watchever, für die dritte müsste man mit seiner IP tricksen, um Zugriff auf den BBC iPlayer zu haben. Was wir natürlich nie tun würden.

Zeitaufwand der Serie?

Aktuell gibt es 18 Folgen der Serie, wobei eine Folge tatsächlich eine Stunde dauert. Bereits mit zwei bis vier Folgen kann man also herrlich einen ganzen Abend verschwenden.

Wo du Zeit sparen kannst

Zeit sparen innerhalb einer Staffel ist schwierig. Allerdings gibt es nach jeder Staffel einen Zeitsprung von einigen Jahren – man kann theoretisch also auch nach jedem Staffelfinale mit der Serie aufhören. Aber warum sollte man das wollen?

Womit kannst du das vor deinem Gewissen rechtfertigen?

Natürlich mit historischer Weiterbildung: Immerhin gab es die Bande Peaky Blinders in Birmingham wirklich – allerdings bereits in den 1890er Jahren. Das reale Vorbild für die Serie waren wohl eher die Birmingham Boys (auch bekannt als Brummagem Boys), eine Gangsterbande aus Nordengland, die ihr Geld mit Pferdewetten verdiente. Hinzu kommt der sensationelle Soundtrack, auf dem unter anderem Nick Cave and the Bad Seeds und die White Stripes zu hören sind. Die Serie ist allerdings auch sehr gut geeignet, um sich endlich mal den Namen "Cillian Murphy" zu merken. Sein Gesicht kannte man nämlich schon vor der Serie aus "The Dark Knight", "The Dark Knight Rises" (Scarecrow) oder "Inception", aber wie hieß der noch gleich…?

 

So fühlst du dich danach

Ein bisschen froh, eben doch nicht in den 1920er-Jahren aufgewachsen zu sein. Gleichzeitig erwischt sich wohl jeder bei der Beobachtung, dass man mit den Frisuren und Klamotten der Shelby-Brüder heute in Berlin-Mitte gar nicht auffallen würde. Vermutlich wäre man sogar eher sehr stylisch. Wo kaufen die das Zeug nur?

 

Und jetzt?

Noch mehr England der 1920er gibt es in der Serie "Downtown Abbey" – dann allerdings nicht aus Sicht der Gosse sondern des Adels. Vom gleichen Regisseur gibt es auch noch "Mr. Selfridge". Die Serie setzt zeitlich allerdings etwas früher an und spielt in einem britischen Kaufhaus.

 

 

BINGE! BINGE! BINGE! Bingesehr: 

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