Brexit-Quiz: Tinder fragt junge Briten, was sie über die EU wissen

...damit sie sich über das anstehende Referendum informieren – und dafür registrieren!
Von Liza Marie Niesmak

Das "Swipe the vote"-Quiz auf Tinder funktioniert nach dem bekannten Wisch-Prinzip.

Pressefoto: Tinder

Fakt oder Fiktion? Großbritannien zahlt mehr Geld in den EU-Haushalt ein, als es für staatliche Leistungen wie etwa die Altersrente ausgibt“. Wer jetzt nach rechts wischt, ist der Meinung, dass diese Aussage ein „Fakt“ ist. Nach links wischen steht für „Fiktion“. Fragen wie diese bekommen derzeit britische Tinder-Nutzer, inmitten der regulären Bilder von potenziellen Partnern, angezeigt.

Die Fragen sind Teil des "Swipe the Vote"-Quiz, das Tinder zusammen mit der überparteilichen Non-Profit-Organisation Bite the Ballot entwickelt hat. Wer das komplette Quiz absolviert, dem wird am Ende zum einen angezeigt, wie gut er sich mit der Europäischen Union auskennt. Zum anderen – und das ist das wirklich Wichtige – ein Link, der zur Registrierungsseite für das EU-Referendum zum Brexit führt.  

Denn die Registrierungsphase für das Referendum, das am 23. Juni statfindet, endet bereits am kommenden Dienstag. Und obwohl laut einer Umfrage von Opinium.co.uk und The Observer eine Mehrheit (59 Prozent) der jungen Briten für den Verbleib in der EU ist, haben sich bisher nur 70 Prozent der befragten 18 bis 34-jährigen überhaupt „definitiv“ für die Abstimmung registriert. Bei den über 55-Jährigen, die sich überwiegend (54 Prozent) gegen den Verbleib aussprechen, sind schon 97 Prozent der Befragten als Wähler registriert.

Wer alles richtig macht, wird zum "King". Die Registrierung zur Brexit-Abstimmung muss er allerdings trotzdem selbst vornehmen.

Pressefoto: Tinder

Das Format "Swipe the Vote" wurde von Tinder erstmal im Rahmen der US-Vorwahlen eingesetzt. Im März konnten sich Nutzer in den USA anhand von "Stimme zu" oder "Stimme nicht zu"-Fragen mit dem Kandidaten matchen lassen, der am besten zu ihren Ansichten passt. Bei der letzten Auszählung lag dabei Bernie Sanders (37,8 Prozent) knapp vor Hillary Clinton (37,6 Prozent). Donald Trump war mit nur 8,1 Prozent weit abgeschlagen. Auch in der US-Version von "Swipe the Vote" wurden die Nutzer am Ende aufgefordert, sich zu registrieren.

Grafik zur "Swipe the Vote" Kampagne in den USA

Pressefoto: Tinder

Übrigens: Die Antwort auf die Eingangsfrage zum Thema EU-Haushalt lautet: "Fiktion". Denn: 2014 etwa zahlte Großbritannien laut Haushalts-Bericht der EU-Kommission rund elf Milliarden Euro an die EU, während allein die Aufwendungen des Landes für die Altersrente bei rund 184 Milliarden Euro lagen, wie bei Ukpublicspending.co.uk nachzulesen ist.

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