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Bild: Screenshot

Man ist ja einiges gewöhnt, wenn es um Werbemaßnahmen der Bundeswehr geht: "Frech" und "modern" sollen die meist wirken, um die junge Zielgruppe anzusprechen  – und gehen damit oft genug baden

Ein ähnliches Schicksal lässt sich auch bei der neuen Werbe-Offensive der Bundeswehr befürchten. Die macht nämlich jetzt in Doku-Soap.

Weil man anscheinend auch bei der Bundeswehr mitbekommen hat, dass „die jungen Leute“ einen Großteil ihrer Zeit auf Seiten wie Youtube verbringen, geht die Bundeswehr jetzt dorthin, um neues Personal anzuwerben.

Ab November kann man auf Youtube in der Dokusoap mit dem originellen Titel "Die Rekruten" drei Monate lang zwölf jungen Menschen bei der Grundausbildung zuschauen. So lange dauert diese und in der Zeit sollen die Höhepunkte der Ausbildung ebenso gezeigt werden wie die Tiefpunkte.

Bislang gibt es auf dem Kanal drei Homestorys von beteiligten Rekruten. Da gibt es Nathan, einen Lukas Podolsky-Doppelgänger, dessen größtes Hobby die freiwillige Feuerwehr ist und der am meisten Angst davor hat, irgendwelche Tests nicht zu bestehen. Ein weiterer Rekrut ist der 19-jährige Jerome, der kann gut Breakdancen und möchte bei der Bundewehr Karriere machen. Und dann gibt es noch Julia, die laut ihren Eltern hilfsbereit Tieren UND Menschen gegenüber ist und zum Dienstantritt am liebsten ihren Freund Max einpacken würde. Am Ende ihrer Homestory steigen alle drei in den Zug ein und fahren einer ungewissen Zukunft entgegen: Es menschelt am anderen Ende des Selfie-Sticks wirklich brutalstmöglich.

Die Produktion von „Die Rekruten“ kostet 1,7 Millionen Euro, was für eine Fernseh-Serie jetzt nicht abartig teuer ist, für den Zusammenschnitt von Selfie-Videos aber doch recht stolz anmutet. Allerdings gibt es dennoch von vielen Seiten Kritik, weil es bei der Bundeswehr momentan mehrere Baustellen  gibt, an denen das Geld sicherlich auch sinnvoll angelegt wäre. Bei der Anschaffung funktionsfähiger Ausrüstung zum Beispiel oder bei der Gewährleistung der Sicherheit ihrer Mitarbeiter.

Andererseits muss die Bundeswehr seit Abschaffung der Wehrpflicht halt auch auf dem freien Markt nach Personalnachwuchs suchen – und da sollen die Youtube-Videos jetzt dabei helfen. 

chwa

Mehr Tarnfarben gefällig?