Das sind ... die Jugendlichen, die Barack Obama verklagen

Foto: Screenshot Youtube/ 350 Eugene

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Das sind ...

... die Kinder und Jugendlichen, die den Präsidenten der Vereinigten Staaten verklagen. Barack Obama tue ihrer Meinung nach nämlich zu wenig gegen Klimawandel und Erderwärmung. Und damit sei die Zukunft späterer Generationen ungewiss. Insgesamt 21 Mädchen und Jungs bilden die Klägerschaft, die Jüngste ist gerade mal neun Jahre alt. Unterstützt von der Non-Profit-Organisation "Our Children's Trust" und dem Klimaforscher James Hansen haben sie im Dezember 2015 im Bundesstaat Oregon eine Klage eingereicht. Im April überzeugten sie dann den Bundesrichter Thomas Coffin, diese zuzulassen. Ein zweiter Richter muss jedoch ebenfalls noch der Klage zustimmen. Die Anhörung dazu fand vergangenen Dienstag statt, eine Entscheidung steht noch aus.

Die können ... 

... erkennen, dass es nicht reicht, leere Versprechungen zu machen, wenn es um den Kampf gegen den Klimawandel geht. Die Kinder haben die Auswirkungen schließlich selbst erlebt: Jayden Foytlin etwa, ein 13-jähriges Mädchen aus Rayne in Lousiana, das Opfer einer massiven Überschwemmung wurde. Am 13. August 2016 sei sie aus ihrem Bett gestiegen "und stand knöcheltief im Klimawandel", erzählte sie der Nachrichtenseite Common Dreams. Jayden sagt: "Ich muss vor Gericht gehen, weil mein kleiner Burder noch nicht für sich selbst sprechen kann. Er ist zu klein. Aber ich kann für ihn sprechen und für meine gesamte Generation." Und sie fordert: "Es ist Zeit, dass wir gehört werden. Es ist an der Zeit, dass Präsident Obama unsere Zukunft schützt und die meines kleinen Bruders."

Die kommen ... 

... mit einer Anwältin im Gepäck, die selbst Mutter ist und sich fragt: In welcher Welt soll mein Kind aufwachsen? Als Julia Olson sich vor zehn Jahren vor der Sommerhitze in ein Kino flüchtete, lief dort der Dokumentarfilm "Eine unbequeme Wahrheit". Al Gore hatte ihn gedreht, um auf die Auswirkungen des Klimawandels aufmerksam zu machen. Und die damals hochschwangere Frau begriff dadurch nach eigenem Bekunden, dass sich etwas ändern müsse. Und zwar schnell. Der CNN sagt sie: "Als Eltern tragen wir eine große Verantwortung. Und ich will, dass mehr Eltern diese Verantwortung fühlen, gegenüber der Erde und dem Land, das wir unseren Kindern hinterlassen. Und ich will vor allem, dass unsere Politiker das Gewicht dieser Verantwortung spüren." Genau aus diesen Gründen vertritt die jetzt 45-Jährige die Kinder vor Gericht. Sie will durchsetzen, dass ein Plan mit dem Ziel gemacht wird, die Schadstoffemissionen auf eine von Wissenschaftlern als sicheren Wert definierte Zahl herunterzuschrauben.

Die gehen ... 

... deshalb vor Gericht, weil sie noch nicht wählen dürfen. Und dies der einzige Weg für sie ist, sich zu wehren. Die Umweltverschmutzung – davon sind sie überzeugt – verstößt gegen die in der Verfassung festgelegten Rechte auf Leben, Freiheit und Eigentum. So zerstörten Hochwasser etwa immer wieder die Orte, in denen die Kinder wohnen.

Genau hier widerspricht jedoch die Gegenseite: Quin Sorenson etwa, der vor Gericht die Interessen der Industrie vertritt, die fossile Brennstoffe zur Energiegewinnung nutzt, sagte im Gerichtssaal, man könne eben nicht sagen, welche Verschmutzungen exakt welche Schäden verursachen.

Ob dies nicht doch möglich ist, und ob der Regierung damit verantwortungsloses Handeln zumindest vorgeworfen werden kann, entscheidet nun das Bundesbezirksgericht Oregon. In etwa sechzig Tagen wird die zweite Richterin, Ann Aiken, verkünden, ob es zu einem Gerichtsprozess kommt oder nicht.

Wir lernen daraus, ...

... dass die Jugendlichen zwar wahrscheinlich keine Chance haben, dafür aber jede Menge Hoffnung – und dass die zumindest für ein paar ziemlich starke Sätze gut ist. So sagte der 15-jährige Nick Venner der CNN: "Wenn ich keine Hoffnung mehr hätte, würde ich jetzt 'League of Legends' spielen."

Nur Google weiß, ...

 

... dass Richterin Ann Aiken bereits 2015 eine Klage der Fahrzeugindustrie  abgewiesen hat. Die Kläger wollten den Start des Oregon-Programms verhindern, das verlangt, den Schadstoffausstoß bis 2025 auf zehn Prozent zu senken. Vielleicht also haben die Kinder letztendlich doch eine gute Chance, die Erde zu retten.

 

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