Das ist... Paola Antonini, Model mit Prothese

Obwohl sie nur eins hat, zeigt sie sehr viel Bein.
Von Max Sprick

Das ist...

Paola Antonini, 21 Jahre alt, brasilianisches Model mit Special Feature: einem Bein aus Karbon. Sie soll Botschafterin für die Paralympics in Rio de Janeiro werden, die nach den Olympischen Spielen im September stattfinden. Sie betreibt zwar keinen Sport (zumindest nicht als Teilnehmerin), dient aber als Vorbild. Ihr echtes Bein hat Antonini nämlich vor eineinhalb Jahren verloren, als eine betrunkene Autofahrerin sie anfuhr und das Bein zerschmetterte. Erst wurde es unterhalb des Knies amputiert, dann ab dem Oberschenkel. Eher ungünstig, wenn man mit freizügigen Posen Geld verdienen will. Eher egal aber auch. Antonini steht zu ihrem neuen Körperteil. Auf Instagram, wo sie von Bildern am Pool bis zum obligatorischen "Thigh Gap am Strand" weiterhin alle Posen zeigt, die dort so erwartet werden, folgen ihr inzwischen mehr als 600.000 Fans.

Die kann...

Vor allem natürlich ziemlich gut mit ihrem Schicksal klarkommen. Schon kurz nach dem Unfall, noch bevor sie ihre erste Prothese angepasst bekam, kündigte Antonini an, sich nicht einschränken zu lassen. "Ich werde weiter Shorts tragen, weiter Fotos von mir posten", sagte sie der brasilianischen Glamour. Nach ihrer Ernennung zur Paralympics-Botschafterin sagte sie nun, sie bewundere die gehandicapten Sportler. Diese seien ein Beispiel dafür, was der Mensch schaffen könne, wenn er seine eigenen Grenzen überwindet. Antonini kann also auch gut promoten. Das erwarten die Veranstalter scheinbar auch von ihr: Denn bislang läuft der Karten-Vorverkauf für die Wettbewerbe ziemlich mau.

Die geht...

Inzwischen auch in Krankenhäuser, um Kinder zu besuchen, die ebenfalls Körperteile verloren haben. Und das auf einer mechanischen Prothese, die ihre Körperbewegungen erfasst und berechnet und zwischen schnelleren und langsameren Schritten unterscheidet.

Wir lernen daraus...

Dass es sich für Paola lohnt, viel Bein zu zeigen. Und es auch ziemlich cool ist, aus einem bescheuerten Unfall etwas sehr Positives zu machen. 

Nur Google weiß...

Dass Wikifeet, eine Sammel-Seite für Fuß-Fetischisten, eine ganze Menge von Antoninis Fotos gepostet hat. 

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