Das ist...

... Sarah Zouak, 28, muslimische Feministin, die seit vier Jahren gegen Islamfeindlichkeit und die Vorurteile gegenüber muslimischen Frauen kämpft. Sarah ist als Kind marokkanischer Eltern in Frankreich geboren und im muslimischen Glauben aufgewachsen. Ein Ereignis während ihres Studiums hat sie dazu bewegt, sich für ein modernes Bild der muslimischen Frau einzusetzen.

Die kommt...

... aus Paris, wo sie am Institut für Internationale und Strategische Beziehungen Iris Sup’ ihre Masterarbeit über muslimische Feministinnen schreiben will. Als sie ihr Vorhaben einer der Professorinnen präsentiert, ist die allerdings gar nicht von der Idee begeistert.

„Sarah, irgendwann musst du dich entscheiden, ob du Feministin oder Muslimin sein willst“, das habe die Professorin zu ihr gesagt, erzählt Sarah der französischen Zeitung La Croix. Dieser Satz hat die junge Studentin wach gerüttelt. Viel zu oft hatte sie immer nur eine ihrer vielen Identitäten gezeigt, um akzeptiert zu werden: Entweder sie war Französin oder Marokkanerin, Feministin oder Muslimin. Andere hatten ihr gesagt, das passe nicht zusammen. Das sieht Sarah allerdings ganz anders und setzt sich nun dafür ein, das Bild der muslimischen Frau in den Köpfen der Menschen zu ändern.

Die kann...

... Religion und Feminismus unter einen Hut bringen und beweist, dass sie damit nicht alleine ist. Für ihr Dokumentarfilm-Projekt „Women Sense Tour“ reist Sarah mit einer Kamera fünf Monate lang durch fünf Länder (Marokko, Tunesien, Türkei, Iran und Indonesien) und porträtiert 25 muslimische Frauen im Alter von 25 bis 75 Jahren, die sich in irgendeiner Form für die Emanzipation der Frau einsetzen.

Nach ihrer Rückkehr in Frankreich gründet Sarah mit ihrer Freundin Justine Devillaine 2015 den feministischen, aber nicht anti-religiösen Verein Lallab. Mit diesem will sie muslimischen Frauen eine Stimme geben und weiter gegen die Vorurteile kämpfen – sei es wegen ihrer Religion, ihrer Rasse oder ihres Geschlechts.

Die geht...

... seit knapp einem Jahr mit dem ersten Teil ihrer Doku auf Tour durch Frankreich. Darin stellt sie fünf marokkanische Frauen vor, die sich auf verschiedene Weisen engagieren – zum Beispiel für Alleinerziehende oder verstoßene Frauen. Ihr Ziel ist es, ein neues Bild der muslimischen Frau zu schaffen. Für ihr Engagement hat Sarah inzwischen etliche Preise gewonnen und wird in Frankreich immer häufiger als Expertin für Debatten wie zum Beispiel zum Thema Kopftuch herangezogen.

 Wir lernen daraus...

 

..., dass feministisches Engagement und Religiosität sich auf keinen Fall ausschließen. Das hat Sarah mit ihrem Projekt eindeutig bewiesen. Auf ihrer Reise hat sie so viele Musliminnen getroffen, die sich für die Rechte und die Emanzipation von Frauen engagieren, dass ihr die Auswahl für ihren Film am Ende richtig schwer fiel.

 

Nur Google weiß...

 

..., dass eigentlich Sarah Zouak zu einer Debatte im Fernsehen mit dem damaligen französischen Premierminister Manuel Valls zum Thema Kopftuch eingeladen wurde. Da Sarah selbst kein Kopftuch trägt, bestand sie aber darauf, dass eine kopftuchtragende Freundin zu der Debatte geht. Nach einer Woche Verhandlungen gab der öffentlich-rechtliche Fernsehsender France 2 nach und lud ihre Freundin ein.

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