Das ist... Trump-Herausforderin Suzanne Barakat

Seit ihr Bruder erschossen wurde, hat sie eine Mission.
Von Mirjam Uhrich

Suzanne Barakat (zweite von rechts) nach einer Pressekonferenz im Februar 2015, kurz nach dem Tod ihres Bruders.

Foto: Brendan Smialowski / AFP

Das ist...

...Suzanne Barakat, 28, Ärztin und Aktivistin in San Francisco. Und Donald Trumps neueste Herausforderin. Trump hat bei den Vorwahlen in South Carolina nämlich gesagt, man müsse hart gegen Muslime vorgehen. Die Terroristen sollen mit „in Schweineblut getauchten Kugeln“ gejagt werden. So wie es angeblich General John Pershing Anfang des 20. Jahrhunderts gemacht habe. 49 Terroristen soll er auf diese Weise umgebracht haben. Für die Geschichte gibt es keine Beweise, Trump erzählt sie trotzdem gerne. 

Suzanne Barakat reagiert auf Twitter. Sie fordert den Republikaner auf, ihr ins Gesicht zu sagen, dass ihr Bruder die Kugeln verdient gehabt habe.

Die kann...

...bei solchen Sprüchen nämlich nicht ruhig bleiben. Vor einem Jahr hat ein Nachbar ihren Bruder Deah erschossen, seine Frau Yusor und deren Schwester Razan.  Ein Nachbarschaftsstreit, sagt die Polizei. Rassismus, sagt Suzanne. Seitdem sieht sie sich als Botschafterin der Muslime. Schon als Studentin hat sie sich für andere eingesetzt: In einem Notkrankenhaus an der syrisch-türkischen Grenze hat sie Flüchtlinge verarztet. Als Arabisch-Dolmetscherin hat sie die medizinische Forschung vorangebracht. Und jetzt kämpft sie gegen Rassismus. 

Die geht…

...dafür auf die Barrikaden. Und sie hat es geschafft: Die Welt diskutierte über den Tod ihres Bruders und über Religion, Rassismus und Gewalt gegen Muslime. Für Barack Obama war die Tat ein „brutales“ und „empörendes“ Verbrechen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sprach den Angehörigen sein Beileid aus. Die drei ermordeten Studenten hätten die "besten Werte der globalen Gesellschaft" verkörpert. Auf Twitter wurden der Tat gleich zwei Hashtags gewidmet, die bis heute benutzt werden: #ChapelHillShooting und #MuslimLivesMatter. Ganz zu schweigen von den Spenden: Suzanne sammelte für ein Projekt ihres Bruders. Schon in den ersten Tagen sind 300.000 Euro für die Zahnbehandlung von Flüchtlingskindern zusammen gekommen. Inzwischen hat Suzanne dafür eine Homepage gebaut. 

Wir lernen daraus...

...dass Trump nie verstehen wird, was er eigentlich von sich gibt. Erst vor kurzem forderte er ein Einreiseverbot für Muslime.  So ist es kein Wunder, dass es in den USA wieder mehr sogenannte "Hassgruppen" gibt. Sie schüren Angst gegen Muslime, dabei gehen 70 Prozent der terroristischen Morde in den USA auf das Konto weißer Rassisten. Das geht aus einem Bericht der amerikanischen Menschenrechtsorganisation Anti-Defamation League hervor. Und zeigt nochmal mehr, wie wichtig das Engagement von Suzanne Barakat ist.

Nur Google weiß...

...dass Suzanne Barakat in Ohnmacht gefallen ist, als sie ahnte, was mit ihrem Bruder passiert ist. Und noch einmal, als sie schließlich Gewissheit hatte. 

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