Auf den Frühling mit Gebrüll

Teile diesen Beitrag mit Anderen:

Montag: Rosen-Montag Hurra, wenn diese Woche vorbei ist, muss man in den Zeitungen nie mehr von „Tollen Tagen“ und „Närrischem Treiben“ lesen. Aber das betrifft sowieso nur jene, die am Karnevalshöhepunkt noch zu lesen vermögen. Da muss man sich beim EU-Außenministerrat keine Gedanken machen, sie beschäftigen sich in Brüssel heute mit den Reaktionen auf die Mohammed Karikaturen. Dienstag: Veilchen-Dienstag Scheiß Schaltjahr. Auch dieses Mal gehen am 29.-Geborene leer aus und müssen wie Rapper Ja Rule grübeln, wie viele Kerzen auf die Torte dürfen. Dieser Dienstag hat jedoch ebenso einige Jahrestage zu bieten: Das Ende des zweiten Golfkriegs vor 15 Jahren oder die traurige Jährung des Attentats auf den schwedischen Ministerpräsident Olof Palme 1986. Die genauen Umstände seines Todes wurden indes nie aufgeklärt. Mittwoch: Vier Tage im Frühling Mit dem Aschekreuz auf der Stirn muss man ab jetzt fasten. Am politischen Aschermittwoch muss die Regierungsriege von allen Seiten jedoch deftige Sprüche schlucken. Immer schön lächeln, schließlich beginnt heute der Frühling, sagen die Meteorologen. Dazu kommen die guten Gefühle vom jetzt.de-Lebenswert-Podcast, der jeden Tag verbreitet, wofür das Herz hüpfen mag. Zum Beispiel eine Karte für die Arctic Monkeys in der Tasche haben oder Klinsis deutsche Fußballburschen gegen Italien gewinnen sehen. Wenn heut keins von beiden klappt, sei vor lauter Optimismus gesagt: Egal, im Mai und Juni kommen Band und Fußballer wieder! Donnerstag: Wie schööön Auf die schönen Namen Elke und Berend hören die Mitglieder der Band namens Paula. Auf ihrer Tour singen sie nun in Freiburg ganz romantisch im „Waldsee“. Das wäre auch ein schöner Titel für eine Tatort-Folge. Welche zwischen „Bella Block“ und „Polizeiruf 110“ die beste TV-Krimiproduktion ist, wird in Wiesbaden ermittelt. Nebenan in Mainz geht es beim Bundeskongress für politische Bildung um das Thema „Zwischen Inszenierung und Information. Demokratie – Medien – Bildung“. Dazu bitte Schulterklopfen für zwei große Männer zum 75. Geburtstag: Perestrojka-Demokrat Michail Gorbatschow und dem gebildeten Dandy Tom Wolfe. Freitag: Sternchen sehen Sarah Connor ist ja mit einem Amerikaner verheiratet. Ob sie dann bald offiziell deren Nationalhymne singen darf? Für den Notfall kommt hier schon mal der richtige Text: „Oh, say can you see by the dawn's early light…“. Aber erst seit 75 Jahren wird der „Star-Spangled Banner“, dessen Melodie auf einem alten englischen Trinklied basiert, national besungen. Wenn das Singen beim Super Bowl tatsächlich Sarahs Traum ist, könnte sie dafür am Weltgebetstag der Frauen ihre Hände falten. Motto ist „Zeichen der Zeit.“ Samstag: Musik liegt in der Luft „Schon wieder die lahmen Schweizer!“, entfährt es dir morgens beim Frühstück mit der Zeitung in der Hand. In Bern feiert man doch glatt noch heute Fastnacht. Dann lieber weiterblättern und die Stellenanzeigen studieren. Vor dem Vorstellungsgespräch aber ganz wichtig: Ein intensiven Blick auf die Job-Kolumne bei jetzt.de werfen. Abends dann noch die Satelliten-Schüssel ordentlich ausrichten und sich die nationalen Eurovisions-Ausscheidungen in Kroatien, Litauen, Mazedonien und Großbritannien anschauen - hoffentlich ohne das erwartbare Grauen in Deutschland. Sonntag: Goldene Zeiten Wenn die Mandelblüte blüht und die Zugvögel zurückkehren, ist wirklich Frühling. Letztere Vögel haben derzeit leider Imageprobleme und werden wegen der Vogelgrippe wenig freudig erwartet. Anders bei den Oscars. Wer die goldene Statue in den Händen hält, der hat es endgültig geschafft. Wenn man nur die lange Oscar-Nacht wach bleibt. Beim frühen Sonnenschein jedenfalls wird dann jede Frau ganz kribbelig: Schuhe kaufen! Das neue zehenfreie Model gibt’s auf der Schuhmesse in Düsseldorf. Und mit High Heels bewaffnet, darf man später in Dortmund auch Kulturmuffel ins freie Theater treiben, beim Festival „Theaterzwang“. Foto: paula-musik.de

  • teilen
  • schließen