Das Unheil kommt als Brötchen

Ein paradoxer April macht was er will - die jetzt.de-Wochenvorschau von Discokugel bis Molwanien-Ticket
petra-baeumer

Montag: Delegierte ohne Amt Nur so tun als ob, tun in Peking 1000 internationale Delegierte beim Harvard World Model UN, einer der größten UN-Simulationen für Studenten. Mit dabei als Pseudovertreter des Vatikans oder Ägyptens auch viele deutsche Unis. Am Welttheatertag ist die schauspielerische Motivation natürlich tiptop. Ganz real setzt man sich ein bei der Internationalen Konferenz zur Frühwarnung von Naturkatastrophen. Manchmal aber kommt das Unheil ganz unverdächtig, z.B. im Bulettenformat, mit Käse und Brötchen. Sowie vor 10 Jahren als uns noch nicht H5N1 beschäftigte, sondern BSE alias Rinderwahn. Damals gab es ein EU-Export-Verbot für britisches Rindfleisch. Dienstag: Ein Land in der Hauptstadt Während in Israel ein neues Parlament gewählt wird, debattieren in Berlin der belgische Ministerpräsident Verhofstadt und Innenminister Schäuble. Titel der Veranstaltung: „Die Vereinigten Staaten von Europa –Manifest für ein neues Europa“. Und während im Sudan die Arabische Liga zusammenkommt, bangt in Dresden wiederum Braunschweig, ob es 2007 „Stadt der Wissenschaft“ wird. In Leipzig ist das schon wieder egal. Auf dem Konzert von Adam Green denkt man höchstens noch an Liverpool, wo vor 45 Jahren, die Beatles das erste Mal eine Bühne betraten. Mittwoch: Wenn die Sonne dunkel ist In der Türkei, Ägypten und der griechischen Insel Kastellorizo wird es heute dunkel. Nein, das ist noch nicht die Neuigkeit. Es gibt nämlich eine totale Sonnenfinsternis. Deshalb früh ein Flugticket in den Süden und die beliebten Sofi-Brillen besorgen. Dazu natürlich romantische Beleuchtung einschalten. Mit der Discokugel allerdings lässt sich auf der Messe „Prolight and Sound“ in Frankfurt kein Blumentopf mehr gewinnen. Den Frankfurter Musikpreis kriegt aber trotzdem der gute Genesisveteran Peter Gabriel. Donnerstag: Viel Lärm für wenig zu gucken Dass Billy, Ivar und Tovik immer bei uns zu Hause sind, haben wir nur Ingvar Kamprad, dem IKEA-Gründer zu verdanken. Der Montageschlüssel-Guru wird heute achtzig und dürfte damit einige seiner Sperrholzplattendesigns überlebt haben. Viel Lärm um Nichts hingegen muss man dem zweiten Basic Instinct Teil schon jetzt nachsagen. Und damit ist nicht allein gemeint, dass Sharon Stone oft nichts trägt. Die Fakten zum Film und warum der Streifen ab 16 freigegeben ist, könnt ihr unter jetzt.de "Sex" aufstöbern. In Cancun, wo zum Spring Break Studenten Komatrinken betreiben, berät sich US-Präsident Bush mit seinen Nachbarn, dem mexikanischen und kanadischen Präsidenten. Der italienische kommt dafür ins Kino mit „Bye, Bye Berlusconi“, einem satirischen, kritischen und leicht durchgedrehtem Film. Freitag: Internet im Fernsehen Ohne Telefonspielchen mit Big Brother Kandidaten ist interaktives Fernsehen wohl nicht mehr möglich. Heute wird die letzte Sendung von Giga TV ausgestrahlt. Vor sieben Jahren war das NBC Format motiviert als „Internetfernsehen für die Generation @" gestartet. 2001 gab es sogar einen Grimme-Preis. Heute bekommen den andere. Den einzigen fürs Privatfernsehen beispielsweise die Serie „Stromberg“. Ein anderer Name löst gleich eine ganze Diskussionskette aus: Terri Schiavo. Vor einem Jahr starb die Amerikanerin, nachdem sie 15 Jahre im Wachkoma gelegen hatte. In einem Rechtsstreit hatten ihr Mann und ihre Familie darum gefochten, ob die künstliche Ernährung eingestellt werden dürfe. Schließlich wurde sie das. Samstag: Ein Geheimnis für alle Am großen „April, April Clou“ arbeiten einige schon jetzt. Im letzten Jahr bot beispielsweise eine Fluggesellschaft 10.000 Gratisflugtickets nach Molwanien an. Wenn der Bundesnachrichtendienst sowas machen würde, gäb’s bestimmt ganz schnell einen Untersuchungsausschuss. Trotzdem soll der Geheimdienst geheim bleiben, genauso wie vor fünfzig Jahren zum Arbeitsbeginn der unsichtbaren Herren. Als Geheimtipp sei noch der jetzt.de Topcast zu erwähnen. Da gibt’s die besten Podcasts mit netter Musik oder Bushs Wochenrückblick. Wanzen anbringen also äußert angebracht. Sonntag: Sterne, in die man nicht schauen kann Märchen für Kinder sind super. Da gibt es Hexen, Feen und unheilvolle Äpfel. Zum einen in der brutalen Version von den Brüdern Grimm und zum andern bezaubernd melancholisch von Hans Christian Andersen. An seinem Geburtstag ist deshalb Internationaler Kinder- und Jugendbuchtag. Was die Jugend von heute außer Schmökern treibt, zu lesen immer im jetzt.de Label „Weltjugend“. Am letzten Weltjugendtag in Köln hätte es allerdings keine „Benedetto, Benedetto“-Rufe gegeben, wenn nicht zuvor etwas anderes passiert wäre. Vor genau einem Jahr starb Papst Johannes Paul II. Dafür singen heute Die Sterne in Wien. Und während Horst Köhler 14 Tage durch Madagaskar und Botswana reist, touren die Sterne weiter bis nach Püttlingen.

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