Die letzte Woche 2014

Die letzte komplette Woche 2014! Wo sollte man hingehen? Welchen Film sehen und was auf keinen Fall verpassen? jetzt-Mitarbeiter Jakob Biazza plant seine Woche Nr 52.
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Wichtigster Tag diese Woche: Wir steuern ja in die seltsamste Woche des Jahres. Die Gefühle sind irgendwo im Widerspruch zwischen weltpolitischem und privatem Jahresrückblick verheddert. Dazu gibt es im schlimmsten Fall Plänen für das kommende Jahr. Und wenigstens bei mir verliert die Zeit dadurch jede Unterteilung in Tage und Stunden und verwischt stattdessen zu einem einzigen Geschmier aus Besinnlichkeit (Heiligabend und danach), Stress (Heiligabend und davor), Erschöpfung, Entspannung und Zimtgebäck. Heiligabend also vermutlich, weil der 24. für mich als einziger Tag relativ problemlos identifizierbar ist.

Kulturelles Highlight:

Aber interessant. Weil München im ausklingenden Jahr: Auch immer ein bisschen ein Geschmier aus Weihnachts-A-Capella auf Deutsch und Englisch, musizierenden „Tatort“-Kommissaren und Max Greger (Junior auch noch). Kultur-Bankrott: Hilfsbegriff. Da tut es natürlich gut, wenn so ein Österreicher daherkommt und da ein bisschen hilft. Und du darfst eines nicht vergessen: Eine Wolf-Haas-Lesung, immer gut anzuhören. Samstag/Sonntag. „Brennerova“! Spitzenbuch! Hin!

Politisch interessiert mich: Wie die Stichwahl in Tunesien ausgeht. Ich war vor sehr genau drei Jahren mit einer Journalists-Network-Gruppe dort, als gerade die verfassungsgebende Versammlung gewählt worden war. Wir hatten die Möglichkeit mit Rachid Ghannouchi, Partei-Chef der En-Nahda, und vielen Aktivisten und Intellektuellen des Landes zu sprechen. Das hallt immer noch nach in mir und jetzt will ich schon wissen, ob Beji Caid el Sebsi oder Moncef Marzouki dem Ganzen am Ende vorstehen werden.

Soundtrack: D’Angelo – „Black Messiah“.

Irgendwann war D’Angelo dann wohl eine Art R’n’B-Axl-Rose: Alkohol, Drogen und ein schwerer Autounfall bescherten ihm eine kapitale Schreibblockade, die den Nachfolger von „Voodoo“ Jahr um Jahr verschob. 14 mal. Und dann plötzlich: zack! Ohne Vorwarnung stand „Black Messiah“ plötzlich in den Läden. Angeblich hatte D’Angelo die Veröffentlichung aus Empörung über die Rassendiskriminierung in Ferguson vorgezogen. Das kann schon auch gutes Marketing sein. Aber das Album ist ein ziemliches Brett.

 

Kinogang? Mit (allerdings nur flüchtigem) Blick aufs Programm: Eher nicht.

 

Wochenlektüre: Muss mich dringend noch durch die Gewinner des hostwriterPrize klicken

 

Geht gut diese Woche: Besinnliches.

 

Keine Chance diese Woche: Stress. Und diesmal meine ich's auch!

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