Diese Woche: Die fetten Tage sind dabei

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Foto: Giuramento Beutler Montag_16. Januar: Jahrestag Grüne Nachtaufnahmen militärisch genauer Explosionen - das sind die Bilder, die vor 15 Jahren die ersten amerikanischen Luftangriffe auf den Irak und damit den zweiten Golfkrieg dokumentierten. Im Kino beschäftigt sich aktuell der Anti-Kriegsfilm „Jarhead“ mit der Operation „Desert Storm“. Nach dem autobiografischen Roman von Anthony Swofford geht es um Soldaten in einem Krieg ohne sichtbaren Feind und ohne eine Ahnung davon, wofür sie kämpfen. Für die Golden Globes nominiert, die heute verliehen werden, ist „Jarhead“ allerdings nicht. Hier lauten die heißesten Anwärter „Match Point“ und „Brokeback Mountain“. Dienstag_ 17. Januar: V-Grippe Als der Termin für die „Internationale Geberkonferenz für den Kampf gegen Vogelgrippe“ in Peking vereinbart wurde, schien eine mögliche Pandemie noch weit weg. Die neuen Fälle des H5N1-Virus in der Türkei und in China werden jetzt die Konferenz wohl entscheidend bestimmen. In erster Linie soll es aber darum gehen, wie man die wirtschaftlichen Verluste der betroffenen Länder eindämmen kann. Beteiligt ist neben mehr als 90 Staaten auch die Weltgesundheitsorganisation WHO. In Kairo, auf der größten arabischen Buchmesse der Welt, sollten die Vertreter des Ehrengastes Deutschland nicht vergessen, arabisch immer nur von rechts nach links zu lesen. Mittwoch_ 18. Januar: Gebetstag Wer genügend Geld und Kunstinteresse an den Tag legt, kann noch rasch zur „London Art Fair“ jetten und einen hippen Kunstgriff mit heim nehmen. Beten, dass es noch ins Handgepäck passt, kann man gleich die ganze Woche. Es ist nämlich Welt-Gebetswoche für die Einheit der Christen. Insofern könnte man die Gebetsenergie vielleicht auch anders einsetzten.

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Illustration: Julia Schubert

Angie Reed; Foto: Florian Braun Donnerstag_ 19. Januar: S-Dance Angie Reed singt. Punk, Pop, Elektro und von verstörten Nonnen. Auf der Tour, die heute in Hamburg startet, sind tolle Titel mit dabei wie „Dings Bums bumst Dings da“. Wortspiele liegen auch den Veranstaltern zweier Filmfestivals: Im amerikanischen Park City kämpfen das Sundance und Slamdance Festival um die Independent-Festival Krone. Das jüngere Festival ist Slamdance, wo immerhin schon Steven Soderbergh seine Filme zeigte. Das bekanntere ist allerdings Sundance. Da hier aber Pferdeflüsterer Robert Redford Mitbegründer ist, muss man leider ein paar Independentpunkte abziehen. Freitag:_20. Januar: Präsidententag Die letzten zwei Male war der 20. Januar quasi ein reiner „George W. Bush Day“. Alle vier Jahre werden in den USA genau an diesem Datum nämlich die neuen Präsidenten des Landes vereidigt. Zum wirklich letzten Mal aber durfte der 43. US-Präsident vor einem Jahr auf die Bibel schwören. US-Amerikaner und „Lost Highway“ Regisseur David Lynch denkt an diesen Tag wohl kaum an Bush, sondern nur an seinen 60. Geburtstag. Samstag:_21. Januar: D-Dorf Schmalz bringt bekanntlich Schlagersänger zum Erfolg, selten jedoch ernsthafte Künstler. Joseph Beuys ist mit seiner Skulptur „Fettecke“ da eine Ausnahme. Zu seinem 20. Todestag am Montag beginnt nun schon heute im Düsseldorfer Kunst Palast die Ausstellung „Joseph Beuys in Aktion“, mit Bildern und Dokumentationen über den Künstler. Die „Fettecke“ kann leider nicht dabei sein. Als der Hausmeister der Düsseldorfer Kunstakademie mal richtig saubermachte, entfernte er den Schmalzklotz gleich mit. Noch auf der Suche nach Schnäppchen sind in Düsseldorf Surfer und Taucher bei der Messe „Boot“. Dass die 41 Meter lange und damit fetteste Yacht „Catwalk“ heißt, trifft sich gut, schließlich soll später noch die „Aqua Queen“ gewählt werden. Sonntag: 22. Januar: Franzosentag „Mon Ami!“ - „Mein Freund!“. Vielleicht war es das, was Adenauer und de Gaulles bei der Unterzeichnung des Elysée-Vertrages 1963 sagten. Am Tag der deutsch-französischen Freundschaft bieten sich jedenfalls viele symbolische Sympathiebekundungen an. Zur Currywurst Chardonnay trinken beispielsweise. Gleichzeitig wird in Freiburg und Rom die Gründung der Schweizer Garde feierlich begangen. Weil die wahrscheinlich kleinste Armee der Welt nun schon seit 500 Jahren den Vatikanstaat bewacht, sagt bestimmt auch der Papst: „Merci“.

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