Unterwegs in fremden Autos

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Illustration: Julia Schubert

www.salon-auto.ch Auch diese Woche noch gut: Als 1252. bei Eminem oder Anna Kournikova anrufen, deren Nummern man natürlich aus dem gehackten Handytelefonbuch von Paris Hilton hat. Aber nicht wundern, wenn wieder nur die Mailbox rangeht, die aufgrund des Anruf-Overloads nie mehr abgehört wird – das Ganze war vermutlich eh nicht mehr als ein cleverer Fake von Paris „famous for being famous“ Hilton und T Mobile. Montag: Kopf schütteln Die fünfte Big Brother Staffel endet. Nach genau einem Jahr Containerquatsch erfahren wir heute Abend, welcher Insasse die eine Million Euro bekommt. Morgen beginnt übrigens direkt die sechste Staffel der Sendung. Sie trägt den Titel: „Big Brother – das Dorf“. Nachdem die Dauer der Inhaftierung sich immer weiter gesteigert hat, wird „Das Dorf“ sogar ohne jedes festgelegte Ende ausgestrahlt – Stumpfsinn für die Ewigkeit. Dienstag: Abheben Vor 80 Jahren wurde im schnitzelförmigen Ausland der Schilling eingeführt. Wäre interessant zu erfahren, ob es dort heute auch diese schlimmen Leute gibt, die bei jeder Gelegenheit ausrufen: „4 Euro – das sind immerhin 56 Schilling!“ Dreißig Jahre nach der Schillingeinführung – also genau vor 50 Jahren – begann die Lufthansa mit ihren ersten innerdeutschen Flügen. Auf der Website uniformfreak.com gibt es zwar nicht die Outfits von damals zu sehen, dafür aber über 360 Stewardessen-Uniformen aus aller Welt. Interessant, aber irgendwie bleibt man doch mit der Frage zurück „bizarr cool oder bizarr spukig?“ Mittwoch: Schwarz-weiß losknattern Bostons Cabaret-Punks von den Dresden Dolls waren mit “Coin-Operated Boy” nicht nur auf Platz eins der jetzt.de-Playlist des Jahres 2004, sondern haben auch große Pläne: „Wir wollen einen Erlebnispark aufbauen, in dem nur schwarz-weiße Tiere, also vor allem Zebras und Pinguine, leben“, berichteten sie vor kurzem in einem Interview. Bevor es dazu kommt, sind Amanda und Brian im Hamburger Logo zu Gast – also die Melone aufgesetzt, den Pinguin unter den Arm geklemmt und hin. Wer nicht in Hamburg wohnt, sondern in Dortmund, kann dort auf der 21. Internationalen Motorradausstellung auch eine Zündapp (inklusive Beiwagen für das Zebra) kurzschließen und nach Norden knattern. Am Donnerstag sind die Dolls dann in Dresden, am Samstag in Köln, am Sonntag in Frankfurt und am Montag in München. Donnerstag: Kurzschließen Da Motorrad fahren bei den derzeitigen Temperaturen ja nur bedingt vergnüglich ist, sollte der nächste Stop Genf sein. Dort findet ab heute der 75. Genfer Automobilsalon statt – und es lässt sich bestimmt eine schmucke Bentley-Karosse mit Dach und Sitzheizung kurzschließen. Freitag: Den Himmel beobachten Von Genf weiter nach Maastricht, dort wird heute die Kunstmesse eröffnet. Sie gilt als die renommierteste Kunst- und Antiquitätenmesse der Welt. Auf 27 000 Quadratmetern werden Kunstwerke ausgestellt und feilgeboten, die Schätzungen zufolge insgesamt zwischen 500 Millionen und einer Milliarde Euro Wert sind. Wenn das in Genf erbeutete Auto zu viel Sprit schluckt und die Reisekasse langsam schmal wird, gibt es aber auch kostenlose Vergnügungen: Heute Abend ist die unbemannte Kometensonde Rosetta von der Erde aus zu sehen. Sie wird nach Sonnenuntergang von Südosten am europäischen Abendhimmel auftauchen, nach Südwesten ziehen und gegen 23 Uhr mitteleuropäischer Zeit wieder hinter dem Horizont verschwinden. Samstag: Drogencocktails auslassen Zugegeben, der Bundesvision Songcontest von Stefan Raab war besser als gedacht. Aber eine dritte Runde der Wok-WM braucht doch wirklich niemand. Dann doch lieber ausgehen und sich freuen, dass man nicht mehr erkältet Zuhause bleiben muss wie letzte Woche. Aber Vorsicht: Nicht übertreiben mit der zurückgekehrten Lebensfreude! Denn am heutigen Tag verstarb im Jahr 1982 der amerikanische Komiker John Belushi („Blues Brothers“, „Animal House“, „Saturday Night Live“) an einer Überdosis. Belushi hatte sich von den 1500 Dollar, die sein Manager für den Kauf einer Gitarre gegeben hatte, nur ein Fußpedal für eine Bassdrum gekauft – vom Rest dann Heroin und Kokain. Diese Mischung, Speedball genannt, ließ er sich am Abend von einer Freundin injizieren, nachdem er mit seinen Schauspielkollegen Robin Williams und Robert De Niro in seinem Bungalow des Hotels Chateau Marmont in West Hollywood gefeiert hatte. John Belushi wurde 33 Jahre alt. Sonntag: Probieren Noch Sprit drin im Genfer Bentley? Dann die Kiste schleunigst nach Düsseldorf steuern, denn dort beginnt heute die ProWein, Deutschlands große Wein- und Spirituosenmesse. Dort sollte der ein oder andere Probeschluck drin sein, dass man mit dem Gratisrausch den Wagen nachher stehen lässt, ist Ehrensache. Kurz bevor man hinter einer Stellwand einschläft, zuckt dann noch kurz die Frage ins brunelloschwere Hirn: Und was machen wir nächste Woche?

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