Vorbereitung auf den Orient-Express

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Wichtigster Tag der Woche
Sonntag! Erstens weil Sonntag ist und zweitens weil ich da abends in einen Zug steigen werde. Und hoffentlich am nächsten Morgen in Zagreb aufwache. Von da geht es weiter über Belgrad, Sofia und spontane Zwischenstationen nach Istanbul. So teilen wir die etwa 40 Stunden Fahrtzeit auf fünf oder sechs Tage auf. Ich liebe lange Zugfahrten!

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„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.

Illustration: Julia Schubert



Politisch interessiert mich...
Wie die Koaltionsverhandlungen weitergehen. Die SPD tut sich ja mit der Aussicht auf eine große Koalition sichtlich schwer. Dafür äußern sich immer mehr Politiker der Grünen, die sich ein Bündnis mit der Union vorstellen können. Und zugleich macht die Linkspartei offensiv Werbung für Rot-Rot-Grün. Denkbar ist auch eine Minderheitsregierung von CDU und CSU. Spannend wie selten. Trotzdem glaube ich, dass Sigmar Gabriel seine Sozialdemokraten letztlich zum Pakt mit Merkel überreden wird. Irgendwann diese Woche soll es erste Gespräche geben, ein genauer Termin steht aber noch nicht fest.

Kinogang?
“Prince Avalanche” von David Gordon Green. Es geht um zwei Jungs in Texas, die dort auf winzigen Landstraßen im Nirgendwo die Mittelstreifen-Markierung erneuern müssen. Stupide, sinnlose Arbeit mit viel Zeit zum Blödeln, Streiten und Übers-Leben-philosophieren. Der Trailer ist keine Sensation, aber die Kritiken sind gut, und da ich schon richtig lang nicht mehr im Kino war, würde ich es auf einen Versuch ankommen lassen. Ansonsten interessiert mich “Metallica – Through The Never”, auf den Christian Helten schon hingewiesen hat und der diese Woche anläuft.

http://www.youtube.com/watch?v=RKF6doMODMY

Welche Wochenlektüre?
Zur Steigerung der Vorfreude: Auf jeden Fall Reiseliteratur. Vor ein paar Wochen erschien “Slow Travel” von Dan Kieran. Der Brite fährt genauso gern Zug wie ich, und plädiert für ein ungeplantes Unterwegs-Sein ohne Reiseführer und Sightseeing-Listen. Habe ich gleich nach Erscheinen gelesen, werde es aber bestimmt nochmal durchblättern. Oder ich lese eines der vielen Bücher, die Kieran darin empfiehlt. Zum Beispiel einen Klassiker von Patrick Leigh Fermor, der 1934 zu Fuß von Holland nach Istanbul gegangen ist.

Soundtrack der Woche?
Die Indierocker von Panic! at the Disco haben ein neues Album am Start. Deren Hit “I Write Sins Not Tragedies” ist ganz eng mit meinen ersten Club-Erlebnissen als 16-Jähriger verbunden. Seitdem verfolge ich das Schaffen der Schweden sehr interessiert, also werde ich mir auch “Too Weird To Live, Too Rare To Die” anhören. In den vergangenen Wochen habe ich auch viel Punkrock aus Deutschland gehört, Sachen wie Love A, Adolar und die Killerpilze.

Werde ich auf jeden Fall tun:
Meine Oma besuchen. Die letzten Monate bin ich dazu nie gekommen und bevor ich dann schon wieder weg bin, muss das unbedingt sein.

Keine Chance hat diese Woche...
Irgendeine Form von Herbstdepression. Sonne wäre mir zwar auch lieber als Regen und Kälte. Aber sich vom Wetter die Stimmung vermiesen zu lassen, sehe ich überhaupt nicht ein.

Wenn ich irgendwo anders sein könnte...
Dann am Siljan-See in Schweden. Da war ich vor ein paar Jahren um genau diese Jahreszeit, und es war so unglaublich schön. Also eigentlich war es meistens kalt und neblig. Aber für ein paar Stunden kam jeden Tag die Sonne raus. Dann sind die Nebelschwaden über dem spiegelglatten, tiefblauen Wasser aufgestiegen. Wahnsinn. Aber das es Ende der Woche eh auf Reisen geht, werde ich es auch irgendwie ohne Schweden aushalten.

Text: christian-endt - Foto: dpa

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