Es gilt als das vielleicht beste Meme des vergangenen Jahres: Das Stock-Foto „Distracted Boyfriend“, auf dem ein junger Mann zu sehen ist, der sich von seiner entsetzten Freundin wegdreht und einer attraktiven Frau nachschaut, wurde im vergangenen Jahr durch das gesamte Internet gereicht. Es ist aber auch sehr wandelbar und kann für so gut wie jede Situation im Leben angewendet werden: 

Doch nun hat ein Vertreter des schwedischen Werberats verkündet, dass das Bild sexistisch sei. Anlass war eine relativ uninspirierte Jobanzeige eines Internetproviders, der für sich als Arbeitgeber warb. Darin drehte sich der „distracted Boyfriend“ nach einem Job des werbenden Auftraggebers um, während sein gegenwärtiger Job ihn ungläubig und enttäuscht anstarrte.

Diese Werbung sei, so der Werberat, gender-diskriminierend, denn sie objektiviere Frauen. „Die Anzeige stellt Frauen als austauschbare Gegenstände dar und suggeriert, dass nur ihr Aussehen von Interesse sei. Zudem zeigt die Werbung degradierende stereotypische Männer- und Frauen-Rollen und unterstellt, dass Männer weibliche Partner ebenso austauschen können wie Jobs.“ Die Frauen würden mit Arbeitsplätzen gleichgesetzt, während der Mann ein Individuum sei, zudem sei die „andere Frau“ eindeutig ein Sexobjekt.

Die Firma aus Stockholm, die die Anzeige schon im April veröffentlicht hatte, verteidigte die Nutzung des Bildes in einem Facebook-Post: „Jeder, der das Internet und die Meme-Kultur kennt, weiß, wie dieses Meme genutzt und interpretiert wird. In diesem Zusammenhang spielt das Geschlecht keine Rolle. Wir haben die Meme-Kultur dem Werberat erklärt, doch sie haben sich entschieden, unsere Anzeige anders zu interpretieren.“  Wenn überhaupt, so heißt es weiter, solle ihre Firma dafür bestraft werden, weil sie so ein olles Meme benutzt habe.

Womit das Unternehmen tatsächlich absolut recht hat. 

chwa

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