Introvertierte Menschen wollen einfach auch gerne mal für sich sein – und sind einfach nicht am ständigen Austausch mit anderen interessiert.

Introvertierte Menschen wollen einfach auch gerne mal für sich sein – und sind einfach nicht am ständigen Austausch mit anderen interessiert.

Foto: Soragrit Wongsa / Unsplash

In unserer Gesellschaft ist es wichtig, Kontakte zu anderen zu pflegen. Im Büro, in der Uni, im Supermarkt, abends beim Ausgehen. Wer extrovertiert ist, kommt oft besser im Bekannten- und Kollegenkreis an, wird immer wieder für interessanter gehalten. Wer am ständigen Austausch dagegen keinen Spaß hat, wird von vielen für komisch befunden und als schüchtern abgestempelt.

Dabei scheinen wir zu vergessen, dass es Millionen introvertierter Menschen auf der Welt gibt – die weniger Angst als schlicht und ergreifend keine Lust auf ständigen Austausch und/oder andere Leute haben. Um sich anzupassen, quälen sie sich allerdings trotzdem oft auf Partys oder socialisen auf Konferenzen. 

Über den Hashtag #IntrovertTurnOns sammeln Tausende von ihnen nun ganz ehrlich auf Twitter, was sie stattdessen viel lieber tun – was sie als Introvertierte also irgendwie anmacht. 

Die meisten betonen dabei, dass sie einfach gerne zu Hause bleiben, wo sie niemand anders hören und sehen müssen. Eine besondere Erleichterung: Wenn sie glauben, dass sich jemand ihnen nähert – derjenige dann aber doch einfach vorbeigeht und sie weiter in Ruhe existieren können. 

Generell wollen viele Introvertierte vor allem eines: einfach mal eine Weile nicht gesehen werden, um tun und lassen zu können, wonach sie sich fühlen. Daher träumen sie auch von besonderen Gegenständen: Tarnumhängen, die unsichtbar machen.

Nachdem die ja aber leider nicht existieren, sind viele Introvertierte auch einfach so dankbar für jeden Moment, in dem man sie in Ruhe lässt. Wenn sie einfach winken können und es damit gut ist, anstatt Smalltalk führen zu müssen. Oder wenn sie die einzigen Menschen weit und breit sind und sie vor bewertenden Blicken oder aufgesetzten Konversationen geschützt sind.

Einige machen währenddessen deutlich, dass sie die ständige Erreichbarkeit übers Handy stresst. Sie würden es also hin und wieder genießen, absichtlich den Akku leer gehen zu lassen.

Andere sehen aber gerade in ihrem Smartphone einen großen Vorteil: Man könne darauf einfach Memes und Nachrichten verschicken und müsse sich nicht wirklich mit anderen unterhalten. Besonders hilfreich sei das auch, wenn es um Kontakt mit Kundendiensten oder Behörden ginge, bei denen man sich nicht anzurufen traue.

Viele erzählen schließlich auch, was sie am Liebsten tun, wenn sie denn dann endlich alleine zu Hause sind: Kekse im Dunkeln essen, dem Regen lauschen, mit niemandem sprechen, außer vielleicht mit den Haustieren.

Damit sie all das tun können, muss ihnen aber oft zuvor etwas anderes passieren, das sie unfassbar gut finden: Jemand sollte eine Verabredung mit ihnen absagen, die sie doch eigentlich schon längst selbst canceln wollten.

Der größte Turn-On: Wenn doch endlich auch extrovertierte Menschen ein bisschen Verständnis für die Bedürfnisse Introvertierter hätten – und dann das ständige Gefrage sein lassen könnten: „Warum bist du denn so still?“

lath

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