Menschen mit Vitiligo solidarisieren sich auf Instagram

Und zeigen: Sei wer du bist, egal, was die anderen denken.

Die Krankheit Vitiligo kennen viele Menschen vor allem wegen eines sehr prominenten Patienten: Michael Jackson. Er litt seit den Achtzigerjahren an der Hautkrankheit, durch die die Haut ihre Pigmente verliert und heller wird. Bei manchen Patienten führt das zu vereinzelten hellen Flecken, bei anderen breiten sie sich über den Körper aus. Weltweit sind zwischen 0,5 und 2 Prozent der Bevölkerung davon betroffen.

Abgesehen von Jackson ist Vitiligo eine wenig beachtete Krankheit. Auf Instagram ändert sich das gerade. Unter dem Hashtag #vitiligopride posten vor allem betroffene User Fotos von sich. Der russische Teenager sem_kobelyan zum Beispiel. Auf seinen Fotos zeigt er sich beim Burger essen, beim Sport, am See. Und: Er zeigt viel Haut. Darum geht es ja. Sich zeigen, statt zu verstecken. Egal, wonach den Hautpigmenten gerade ist. 

Der Brite Brock Elbank beschäftigt sich beruflich mit der Weißfleckenkrankheit, wie Vitiligo auch genannt wird. Nicht aber, weil er Arzt wäre. Elbank ist Fotograf und porträtiert Menschen, die an der Krankheit leiden. Dabei entstehen sehr ästhetische Fotos, die er hinterher auf Instagram teilt.

Unter dem Account „girlswithvitiligo“ posten dagegen Menschen aus der ganzen Welt ihre Selfies, Urlaubsbilder und spontanen Badezimmer-Spiegel-Fotos. Vor allem Frauen, sagt der Account-Name ja schon. Aber auch Männer. 

Aktionen wie der #vitiligopride werden seit ein paar Jahren der Body-Positivity-Bewegung zugerechnet. Der Idee dahinter: Menschen befreien sich vom bikinischlanken, mitesserfreien Schönheitsideal, das ihnen aus Werbespots im Netz, von Plakatwänden oder U-Bahn-Werbungen entgegen glänzt. Stattdessen ruft Body-Positivity dazu auf, den eigenen Körper zu schätzen, wie er ist – nicht, wie andere ihn vielleicht sehen wollen.

jwh

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