Wenn der Therapie-Pfau nicht fliegen darf

Dann fährt er eben Auto.
Foto: instagram / dexterthepeacock

Stell dir vor, du planst einen längeren Trip von deiner Heimat New York nach Los Angeles, wo du für eine Weile arbeiten willst. Klar, dass du alle wichtigen Sachen mitnimmst: deinen Ausweis, deine Zahnbürste, saubere Wäsche, deinen Therapie-Pfau und was halt sonst noch so dringend mit muss.

Und dann kommst du am Flughafen an und musst feststellen: Alles darf mit, nur das Therapie-Tier muss dableiben. Obwohl er dein „Emotional Support Animal“ (kurz: ESA) ist und es sich laut der offiziellen ESA Registrierungsstelle um Diskriminierung handelt, wenn die einen Therapie-Tiere mitfliegen dürfen, die anderen aber nicht. 

Denn laut ESA-Regeln kann jedes Tier ein Therapie-Tier sein, wenn es seinem Besitzer emotionale Sicherheit gibt und von therapeutischem Wert für ihn ist. Um das nachweisen zu können, benötigt der Besitzer nichts weiter als eine schriftliche Bestätigung eines Therapeuten, aus der hervorgeht, dass das Tier den Menschen unterstützt. Es gibt eine Menge Anwendungsgebiete für solche Tiere: Sie können unter anderem bei Angststörungen, Depressionen, Posttraumatischer Belastungsstörung, Störung der Impulskontrolle, einer Psychose, bei Schlafstörungen, Stress oder Suchterkrankungen eingesetzt werden.

Hat der Besitzer eine schriftliche ESA-Bestätigung für das Tier, darf es umsonst in der Kabine des Flugzeugs mitfliegen. Unter der Voraussetzung, dass der Besitzer der Fluggesellschaft rechtzeitig vorher Bescheid gegeben hat. 

Der Pfau ist zu schwer

Die Künstlerin und Therapie-Pfau-Besitzerin Ventiko jedoch durfte nicht mitfliegen. Die Fluggesellschaft teilte auf Anfrage mit, vor dem Flug sei die Besitzerin dreimal kontaktiert worden und es sei ihr auch mitgeteilt worden, dass es aufgrund der Größe und des Gewichts des Tieres unmöglich sei, es in der Kabine mitzunehmen.

Ursprünglich hatte Ventiko ihren Vogel Dexter zusammen mit dessen „Vogel-Gattin“ Etta für eine Kunstinstallation in Miami gekauft und ihn dann vor Ort bei einem Freund zurückgelassen. Allerdings verschwanden kurz darauf sowohl Etta als auch ihre vier gemeinsamen Pfau-Küken und Dexter wurde etwas schwierig im Umgang. Als Ventigo erfuhr, dass Dexter in einer Garage eingesperrt vor sich hin vegetierte, reiste sie wieder nach Miami und versuchte, ihn in einem Tierheim unterzubringen. Doch dort wollte ihn niemand haben und so beschloss Ventiko, das Tier zu sich zu nehmen.

Seitdem erfreut sie ganz New York an ihren täglichen Spaziergängen, in denen Dexter an einer Hundeleine durch die Stadt geführt wird. Dexter hat sogar einen eigenen Instagram-Account und kollaboriert mit Ventiko in deren Kunstwerken und Installationen.

Die Reise machen die beiden jetzt übrigens mit dem Auto. Und berichten auf Instagram live von ihren Begegnungen entlang der Route 66. 

chw

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