Youtube verbannt Waffen-Videos

Die Waffenlobby ist empört.

Kurz vor dem Wochenende, an dem mit dem „March For Our Lives“ eine der größten Protestaktionen in der Geschichte Amerikas gegen die Waffen-Lobby stattfinden soll, hat Youtube neue Regeln eingeführt, die es Anbietern von Waffen schwerer machen sollen, für sich zu werben. Laut der neuen Richtlinien wird es nicht nur verboten sein, Waffen auf Youtube zum Verkauf anzubieten, sondern auch Websites zu bewerben, auf denen Waffen gekauft werden können. Auch Tutorials, die zeigen, wie man selbst Waffen herstellt oder Waffen „hackt“, sollen in Zukunft verboten werden. 

Bislang sind von diesen Richtlinien nicht allzu viele Youtube-Channels betroffen. Noch immer erzielt man mit der Sucheingabe „How To Build A Gun“ mehr als 25 Millionen Suchergebnisse – zugegeben auch viele für die Herstellung einer Spielzeugkanone aus Getränkedosen. Genauso jedoch Anweisungen dafür, wie man eine tödliche Waffe zuhause herstellen oder umbauen kann. Bloomberg berichtete, dass momentan nur zwei Youtube-Channels suspendiert wurden – und nach eigenen Angaben auf Pornhub, beziehungsweise Instagram ausweichen wollen.

Die Waffenlobby ist über das Youtube-Verbot trotzdem schon jetzt empört. Die National Shooting Sports Foundation zum Beispiel nannte Youtubes Handeln „besorgniserregend“ und eine Beschneidung der Redefreiheit. Außerdem würden damit auch Inhalte geblockt, mit denen Leute sich im Umgang mit Waffen zu Sicherheitszwecken weiterbilden. Auch Waffen-Youtuber regen sich sehr auf:

Laut einer Sprecherin von Google Alphabet, dem Mutterkonzern von Youtube, sollen die neuen Richtlinien erst ab April tatsächlich nachhaltig verfolgt werden – und Channel, die gegen sie verstoßen, bestraft werden.

Bis dahin kann die NRA, die wichtigste und mächtigste Waffenlobby der USA, auf ihrem eigenen Channel „NRA TV“ weiterhin ihre Agenda vertreten. 

chwa 

 

Mehr zur Waffendebatte in den USA: