Ding der Woche: Die Papierflieger-Drohne

Papierflieger haben die schlechte Angewohnheit, nach wenigen Metern unglamourös abzustürzen. Ein Crowdfunding-Projekt will das jetzt lösen: Der Papierflieger bekommt einen kleinen Propeller aufgesetzt und wird via Smartphone gesteuert. Fertig ist die Instant-Drohne.
charlotte-haunhorst

Ihren eigentlich Zweck erfüllen Papierflieger nur selten: das Fliegen. Der Weltrekord in einem Papierflieger-Flug liegt momentan bei 29,2 Sekunden - aufgestellt 2010 in Japan. Im Vergleich zu den drei Sekunden, die ein Flieger zu Schulzeiten immer brauchte, bevor er trudelnd auf den Boden plumpste, natürlich noch eine ganze Menge. Aber im Vergleich zu supercoolen ferngesteurten Flugzeugen oder Helikoptern halt doch eher erbärmlich.

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Illustration: Julia Schubert

Der New Yorker Erfinder Shai Goitein hat sich nun eine ziemlich clevere Lösung für dieses Problem überlegt. Auf Kickstarter.de sammelt er Geld für das Spielzeug "PowerUp 3.0", ein Papierflieger, der übers Smartphone gesteuert werden. Das Projekt hat bereits jetzt genügend Vorbestellungen um in Serie zu gehen, wer 40 Dollar spendet, bekommt dann im Mai 2014 eine Art Selbstbaukasten zugeliefert. Darin enthalten: Ein Propeller, ein Signalempfänger und ein Leitwerk. Selbst muss man dann noch ein Smartphone und einen Papierflieger beisteuern und fertig ist der Turbo-Flieger. Bis zu zehn Minuten Flugzeit verspricht Goitein seinen Käufern, über den bisherigen Weltrekord von knapp 30 Sekunden kann dann also nur noch hämisch gelacht werden.

So bewirbt Shai Goitein seine Erfindung. Ab einer Spende von 500 Dollar oder mehr gibt's sogar eine Pilotenmütze dazu.

Das Allerbeste an der ganzen Sache ist allerdings die Steuerung des Spielzeugs: Das Smartphone wird mit einer speziellen App in Fernbedienung umgewandelt, die über Bluetooth dann die Flugbahn bestimmt. Das soll sowohl fürs iPhone, als auch für Android-Geräte funktionieren. So kann dann jeder, der bereit ist 40 Dollar für ein Spielzeug auszugeben, Saltos schlagen, sich bei irrwitzigen Flugmövern duellieren oder eine private Drohne bauen.

Es ist also gar nicht so unrealitisch, dass nächsten Sommer wieder zahlreiche Menschen auf Feldern stehen und wie kleine Kinder begeistert Flugshows vorführen. Anstatt einer Riesenknüppelkiste haben sie dann allerdings nur ihr Smartphone in der Hand. Und wenn der Flieger mal aus Versehen in Omas Gartenteich landet, gibt es anders als früher auch nicht direkt großes Geheule: Einen neuen Papierflieger falten kann ja wohl jeder (und wenn nicht: hier erklärt Wikipedia, wie's geht).

Was wir noch so haben:

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