10 Last-Minute-Weihnachtsgeschenke zum Selbermachen

Heiligabend naht und du hast immer noch keine Geschenke? Kein Problem.
Von Mercedes Lauenstein/ Illustrationen: Katharina Bitzl
Illustration: Katharina Bitzl

Seit Ende September weiß man, dass Weihnachten naht und damit möglicherweise die Notwendigkeit, das ein oder andere Geschenk zu besorgen. Man trägt dieses Wissen wochenlang in seinem Kopf von hier nach da. Isst irgendwann den ersten Dominostein, schaut anderen beim Dominosteinessen zu, hört, wie sie sagen: Bald ist Weihnachten, mir fehlen ja noch alle Geschenke! Oder: Bald ist Weihnachten, ich habe schon alle Geschenke! Man nickt oder stöhnt und isst noch einen Dominostein, schält eine Mandarine und legt ihre Schale auf die Heizung. Man geht durch die Straßen und schaut den Tannenbaumverkäufern zu und denkt: Bald ist Weihnachten, bald werde ich einige Geschenke besorgen, aber noch ist ja Zeit. Und dann steht auf dem Kalender plötzlich: 22.12.! Oder noch schlimmer: 23.12! Oder am schlimmsten: 24.12! 

Was braucht man dann? Genau: Einen DIY-Last-Minute-Geschenkeguide. Zufällig haben wir gerade einen parat: Zehn kreative Menschen haben uns verraten, was sie schenken, wenn eigentlich schon alles zu spät ist.

Für die Geschenke-Galerie einmal runterscrollen, bitte!

Sonja Steppan, Barista und freiberufliche Köchin, empfiehlt: Salzkaramell   "Selbstgemachtes Salzkaramell zählt zu den am schnellsten fabrizierten Last-Minute-Geschenkideen überhaupt. Eine halbe Stunde in der Küche und schon hat man es fertig. Toll verpacken kann man es auch noch.   Dauer (ohne Einkauf): 30 Minuten   Du brauchst: 450 Gramm Zucker, 10 EL Wasser, 360 Gramm Butter, 8 Gramm Salz, 300 Gramm Schlagsahne.   So geht’s: In einem Topf auf kleiner Flamme Zucker und Wasser miteinander verschmelzen bis eine goldene Karamellmasse entsteht. Butter kleinstückeln und unterheben. Salz hinzufügen und einige Minuten köcheln lassen. Wenn das Salzkaramell trübe wird, Topf vom Herd nehmen und Sahne vorsichtig unterheben, bis eine geschmeidige Creme entstanden ist. Im heißen Zustand in ein zuvor einmal ausgekochtes Einweck- oder altes Marmeladenglas abfüllen, Deckel drauf, abkühlen lassen. Schmeckt am besten auf frischen Waffeln! Ich schreibe auf das fertige Glas dann noch gern mit dem Etikettiergerät "Liquid Gold" drauf."

Bianca Kennedy, freie Künstlerin, empfiehlt: die sprudelnde Badebombe   "Ich bin ein Fan von sprudelnden Badebomben. Sprudelnde Badebomben kann man immer verschenken. Jeder freut sich darüber. Und wer keine eigene Badewanne hat, um sie auszuprobieren, kennt garantiert jemanden, in dessen Badewanne er sich einmieten darf."   Dauer (ohne Einkauf): 15 Minuten Herstellung, 2 Stunden aushärten.   Du brauchst: 45 g Kakaobutter, 100 g Natron, 10 g Stärke (bspw. Maisstärke), 60 g Zitronensäure und optional: 12 Tropfen ätherisches Öl.   So geht's: Kakaobutter im Wasserbad schmelzen. Natron, Stärke und Zitronensäure in Schüssel vermischen. Kakaobutter dazugeben und durchkneten (wenn es zu klebrig ist, etwas Natron zugeben). Optional ätherische Öle für den Geruch hinzufügen. Formen ausstechen oder zu Kugeln formen. Zwei Stunden aushärten lassen (im Kühlschrank)."

Pascal Hien, freier Produktdesigner, empfiehlt: Nachttisch mit Strom oder Lippenstiftkerze zum Mitnehmen   "Eine simple Kiste ist immer noch der beste Nachttisch. Ich stelle die Basis-Version vor, wer Lust hat, die Kiste noch weiter aufzuwerten, denke nur an Licht, Rollen, Kabelhalter oder einen coolen Griff - sie ist grenzenlos individualisierbar.   Dauer (ohne Einkauf): Eine Stunde.   Das brauchst du: Eine alte Weinkiste oder einzelne Bretter mit ähnlichen Maßen wie in der Skizze beschrieben, Holzleim, einen Dreifachstecker mit Schraubmodul und 2 kleinen, dafür passenden Schrauben, 12 weitere Schrauben. Einen Holzbohrer und einen Forstnerbohrer 50mm.   So geht's: Man nehme entweder eine fertige Weinkiste oder schraube sich schnell selbst eine zusammen wie in der Skizze beschrieben. Die ganz Guten benutzen dafür Holzleim. Nun ein 5 cm großes Loch auf einer Seite bohren wie auf der Skizze dargestellt. In der Kiste eine Dreifachsteckdose mit Schraubmodul anschrauben und das Kabel durch das Loch führen. Fertig ist die Ladestation und die Basic-Kiste. Wer mag, kann sie jetzt nach Belieben pimpen, siehe Vorschläge.   Alternativ: Wen der Bau dieser Kiste komplett überfordert, aber trotdzem etwas basteln will, der macht sich einfach eine Kerze zum Mitnehmen. Das geht so: Alten leeren Lippenstift hernehmen, kleine Weihnachtsbaumkerze halbieren und in die Fassung des ehemaligen Lippenstifts stecken. Deckel drauf, Feuerzeug mitnehmen, los geht's."

Michael „Mixen“ Wiethaus, Grafiker, empfiehlt: die Sockenpuppe   "Im letzten Jahr habe ich meiner Nichte eine Puppe aus Socken und Knöpfen gebastelt. Die Idee dazu habe ich einmal in einem Do it yourself-Bastelbuch gefunden, ich glaube der Ideengeber dahinter war sogar Ai Weiwei.    Dauer (ohne Einkauf): eine halbe Stunde.   So geht's: Man nehme eine alte Socke. Am besten eine, die einem die Oma gestrickt hat, so weich und kuschelig wie möglich. Diese Socke stopfe man mit Puppenwolle oder einem anderen, weichen Füllmaterial seiner Wahl aus und nähe die Socke dann einfach unten zu - also dort, wo man normalerweise hineinschlüpfen würde. Dann suche man sich zwei Knöpfe seiner Wahl aus, am besten passend zur Sockenfarbe. Vielleicht auch zwei verschiedene, das sieht natürlich besonders süß aus. Diese Knöpfe nähe man etwas versetzt von der Ferse an, damit das Ding am Ende aussieht wie ein Tier.    Den Namen des Geschöpfs am besten nach dem Auspacken mit der oder dem Beschenkten gemeinsam aussuchen. Im besten Fall wird dein liebevoll gebasteltes Sockentier zum Lieblingskuscheltier der von dir bedachten Person und wird sie ein ganzes Leben lang begleiten."

Claudia Lassner, Schmuckdesignerin und Inhaberin des Labels cocii Jewellery empfiehlt: das Freundschaftsbändchen   "Eines der besten Last-Minute-Geschenke ist definitiv das gute alte Freundschaftsband. Als Kind habe ich zu allen Fest- und Feiertagen die komplette Familie mit solchen Bändchen ausgestattet.   Dauer (ohne Einkauf): maximal eine Stunde.   So geht's: Knüpfanleitungen findet man diverse im Internet, da kommt es ganz auf den persönlichen Geschmack an. Man kann sich zum Beispiel an dieser oder dieser orientieren, oder sich einfach auf Youtube eine raussuchen, die einem gefällt.   Um das Bändchen noch stylischer zu machen, kann man sich statt normalem farbigen Garn im Bastelladen noch metallisches Garn in Gold, Silber oder Kupfer besorgen."

Eva-Dewi und Johanna, Designer- und Kreativunternehmerinnen des Onlineshops Nauli, empfehlen: ein Notizheft für gute Gedanken   "Jeder kann ein Notizheft gebrauchen. Gute Gedanken festzuhalten tut gut und hilft, den Kopf zu sortieren. Erst recht, wenn es aufs neue Jahr zugeht und man sich danach sehnt, etwas Ordnung in sein Leben zu bringen.    Dauer (ohne Einkauf): ca. 40 Minuten   Das brauchst du: Circa 16 Blatt Papier (Schreibmaschinenpapier oder buntes beschreibbares). Einen festen Faden. Dickes Papier für das Cover, auch ein großes Foto oder ein Blatt aus einer Hochglanz- Zeitschrift oder einem ausrangierten Atlas eignet sich dafür gut. Eine Schneidematte, ein Lineal, einen Cutter, eine Nadel und einen Nagel.   So geht's: Wir falten die Blätter zum "Buch". Jedes Blatt einzeln. Dann werden die Blätter wieder aufgefaltet und aufeinander gestapelt. Das Cover kommt oben drauf. Mit dem Nagel stoßen wir am Bug drei kleine Löcher für die Bindung durch den Stapel. Der Abstand darf bei einem DIN A6 Heftchen ca. 2,5 Finger breit sein. Dann nehmen wir Nadel und Faden und beginnen von der Innnenseite des Heftes in der Mitte. Einmal rechts, dann wieder mittig, dann links. Der Faden wird dann eng verknotet. Nochmal gut über den Bug falzen und mit Cutter und Lineal die offenen Kanten des Heftes ordentlich schneiden. Fertig."

Annika Schüler, Porzellan-Designerin, empfiehlt: Streichholzschächtelchen aus Salzteig   "Ich schlage etwas vor, das ich tatsächlich auch in meinem Laden in München verkaufe und was bei mir in der Winterzeit heiß begehrt ist: Streichholzschächtelchen mit Keramikplättchen. Nur dass wir in diesem Fall Salzteig verwenden.   Dauer (ohne Einkauf):  Zwei Stunden Herstellung, einen Tag Trocknen   Das brauchst du: Ein Rezept für Salzteig. Gibt es im Internet, zum Beispiel dieses hier. Mehl und Salz hat jeder im Haus. Außerdem braucht man Plätzchen-Ausstechformen oder eine Ausstechform für Butterkekse.    So geht's: Salzteig ausrollen mit der Keksform ausstechen. Jetzt kann man die entstandenen Salzteig-Plätzchen personalisieren: Einfach mit einem Zahnstocher oder einer spitzen Messerklinge einen Namen, ein Wort oder Muster reinritzen. Wer einen sauberen Stempel hat, kann auch den hineindrücken. Wer es hinkriegt, kann aus dem Teig auch kleine Formen kneten und sie auf das Plätzchen drücken. Eine Brezel, eine Katze, einen Stern - was einem einfällt ist grad recht.    Wenn der Salzteig nach Anleitung getrocknet, gebacken und ausgekühlt ist, kann man die Kanten mit einem feinen Schleifpapier abschleifen und das Plätzchen entweder lassen wie es ist, oder noch nach Belieben bemalen. Dafür reicht eine einfache Acrylfarbe. Nach dem Trocknen kann zusätzlich ein Klarlack aufgetragen werden. Ist alles getrocknet, können die fertigen Plättchen mit doppelseitigem Klebeband auf eine Streichholzschachtel aufgeklebt werden."

Jovana Reisinger, Autorin und Filmemacherin, empfiehlt: das selbstgemachte Bügelmotiv   "Ich bügle als Geschenkidee gern selbst ausgewählte Motive auf Kleidung. Das ist lustig, macht Spaß und heraus kommt immer ein Unikat.   Dauer (ohne Einkauf): ca. 2  Stunden mit Motivsuche   Das brauchst du: Bügelfolie gibt es im Internet oder in großen Papier-, Büro- und Bastelbedarfläden zu kaufen. Muss man dann nur noch in den Drucker einlegen und das Motiv drauf drucken. Außerdem: ein Kleidungsstück deiner Wahl (ich nehme gern Baumwollhemden von COS).   So geht's: Ich ziehe mir zuerst Bilder oder Grafiken aus dem Internet. Eine gute Quelle sind Blogs, Instagram oder Pinterest. Wenn man Grafikprogramme beherrscht, kann man das gewünschte Motiv am besten mit Indesign optimieren und am Computer auf dem zu bedruckenden Blatt anordnen. Man kann auch eine Collage erstellen oder gleich ein selbst erstelltes Motiv verwenden. Wer kein Indesign beherrscht, kann das ausgesuchte Motiv aber auch einfach in Pages oder Word ziehen und nur ausdrucken.   Dann die Stelle des Kleidungsstücks aussuchen, auf die das Motiv aufgebügelt werden soll und der Bügelanweisung auf der Bügelfolie folgen. Schon ist das gute Stück fertig. Ich selbst bügle übrigens gerade mit Vorliebe überall eine heulende Paris Hilton drauf."

Sarah Kaldewey, Modedesignerin und Inhaberin des Atelier Kaldewey, empfiehlt: mit Kernen oder Lavendel gefüllte Wärme- oder Augenentspannungskissen    "Wer eine Nähmaschine zu Hause hat und die Grundkenntnisse des Nähens beherrscht, macht einfach ein mit Dinkelkernen und Lavendel gefülltes Wärmekissen zur Entspannung der Augen. Nach Entspannung sehnt sich schließlich jeder.   Dauer (ohne Einkauf): ca. 45 Minuten   So geht's: Nach schönen Stoffresten suchen. 170g Dinkelkerne, 5g Lavendelblüten besorgen. Eine Papier-Schablone in der Größe von etwa 20 mal 10 cm erstellen und mit Stecknadeln auf den doppelt gelegten Stoff im gleichen Format stecken. Die kurze Seite sollte auf dem Falz liegen. Stoff entlang der Schablone ausschneiden.    Mit einer Kreide einen 1 cm breiten Rand um das Papier auf den Stoff zeichnen. Mit der Nähmaschine oder von Hand an dieser Nahtzugabenvorzeichnung auf dem Stoff entlang nähen. Dabei an einer der kurzen Seiten 4 cm offen lassen. Stecknadeln und Papier entfernen. Die rechte Seite des Stoffs nach außen stülpen, geht am besten mit einer Strick- oder Häkelnadel. Danach kurz bügeln.   Dinkel mit dem Lavendelblüten mischen. Die Lavendel-Dinkel-Mischung mit einem Trichter (z.B aus Papier)  in die Hülle geben. Das Loch mit einer verdeckten Naht (wie das geht, steht z.B hier) von Hand zunähen. Kann bei Zimmertemperatur verwendet werden oder vorher kurz in der Tiefkühltruhe gekühlt werden."

Mode- und Stilautorin Milena Heißerer vom amazed-Magazine empfiehlt: selbstgemachtes Badesalz   "Das garantiert beste und schnellste Geschenk für alle Mütter, Tanten, Omas, Freundinnen: selbst aromatisiertes Badesalz.   Dauer (ohne Einkauf): 10 Minuten (mit selbstgetrockneten Rosenblättern eine Nacht länger).   So geht's: Grobkörniges Meersalz gibt’s bei dm, genauso wie ätherisches Öl, zum Beispiel Rosenöl. Das Ganze vermischen und in ein altes, schönes Marmeladenglas füllen, oben drauf noch ein paar über Nacht getrocknete Rosenblätter und eine Schleife drum."