Foodwatch verleiht den „Goldenen Windbeutel 2017“

Bild: Foodwatch e.V.

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Seit 2009 verleiht der Verein foodwatch den „Goldenen Windbeutel“: eine Auszeichnung für die „dreisteste Werbelüge des Jahres“, wie foodwatch schreibt. Nominiert werden dafür Produkte, die Eigenschaften vorgaukeln, die sie gar nicht besitzen. Ein Beispiel der diesjährigen Wahl: eine Ochsenschwanzsuppe, die gar keinen Ochsenschwanz enthält. Auch nicht schlecht: ein Proteindrink mit einem Proteingehalt, den kein Mensch braucht, den das Unternehmen sich aber teuer bezahlen lässt.

Wer nun den „Goldenen Windbeutel“ verliehen bekommt, entscheiden die Verbraucherinnen und Verbraucher selbst. Per Online-Abstimmung, an der man hier teilnehmen kann.

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Kandidat Nr. 1 ist der Alete Kinderkeks. Alete bezeichnet Keks als „babygerecht“ und empfiehlt ihn „zum Knabbernlernen“ ab dem achten Monat. Doch ein Keks mit 25 Prozent Zucker ist nicht baby-, sondern vor allem kariesgerecht.

Foto: Foodwatch e.V.
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Kandidat Nr. 2 ist der Protein Drink Vanille von Bauer. Der Hersteller will damit eine „fitnessorientierte und alltagsaktive Zielgruppe“ ansprechen. Doch selbst wer viermal die Woche joggen geht, braucht kein extra Protein. Bauer lässt es sich trotzdem teuer bezahlen: Im Vergleich zu herkömmlicher Vanillemilch kostet der aromatisierte Drink mit überflüssigem Proteinzusatz etwa 50 Prozent mehr.

Foto: Foodwatch e.V.
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Kandidat Nr. 3 ist die Lacroix Gebundene Ochsenschwanz Suppe von Continental Foods. Der Hersteller bewirbt seine Dosensuppe mit der „Lacroix-Qualitätsphilosophie". Schon verwunderlich, dass man in der Ochsenschwanzsuppe aber eines vergeblich sucht: den Ochsenschwanz. Den nutze man „aus Qualitätsgründen“ nicht, schreibt der Hersteller. Na dann...

Foto: Foodwatch e.V.
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Kandidat Nr. 4 ist Kellogg‘s Urlegenden Müsli mit Quinoa, Apfel, Cranberries und Chia-Samen. Die Verpackung wirbt zwar mit „Urkorn“, das Müsli enthält aber nur 2,5 Prozent Quinoa. Dafür stecken in dem „Frühstück für Legenden“ ganze 20 Prozent Zucker. Palmöl, Aroma und Zusatzstoffe sind auch enthalten. Hat man in der Urzeit wahrscheinlich auch schon gegessen. Voll gesund und so.

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Der letzte Knadidat: das Becel Omega-3 Pflanzenöl von Unilever. Schaut nach hochwertigem Gesundheitsprodukt aus und rühmt sich mit besonders viel gesundem Omega-3. Was nicht draufsteht: Stinknormales Rapsöl enthält ein Drittel mehr von dieser wichtigen Fettsäure und kostet deutlich weniger.

Foto: Foodwatch e.V.

Ziel von foodwatch ist es, die Verbraucher über die Lebensmittelproduktion großer Konzerne aufzuklären und dagegen zu kämpfen, dass Lebensmittelhersteller auf die Politik Einfluss nehmen.

Den „Goldenen Windbeutel“ übergibt der Verein dieses Jahr zum siebten Mal. Die Preisverleihung findet traditionell am Firmensitz des Siegers statt. Bislang hat aber keines der ausgezeichneten Unternehmen den Preis angenommen. Weder der Konzern Danone, der den Preis für seinen Trinkjoghurt „Actimel“ bekommen hat, noch etwa Ferrero für seine berühmte „Milch-Schnitte“. Ob sich der diesjährige Gewinner darüber freut? Wahrscheinlich nicht.

jwh

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