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Die Tierschutzorganisation kritisiert, unter welchen Bedingungen die Hühner gehalten werden, deren Fleisch die Fast-Food-Ketten verarbeiten.

Foto: Patrick Pleul/dpa

Dass das Fleisch, aus dem unser Fast Food gemacht wird, nicht von Hühnchen stammt, die fröhlich auf einer grünen Wiese herumgehüpft sind, das ahnen irgendwie die meisten von uns. Wirklich genau wissen wollen es die meisten aber nicht – und bisher gab es auch noch keine groß angelegte Untersuchung dazu. Das ist seit ein paar Tagen anders. Und das Ergebnis ist schockierend: Die Hühner, die große Fast-Food-Ketten wie McDonalds, Subway oder KFC später zu Burgern oder Chicken Wings machen, leben und sterben demnach unter elenden Bedingungen.

Das geht aus einem Bericht der Tierschutzorganisation World Animal Protection (WAP) hervor. Die Organisation prüfte die acht größten Fast-Food-Ketten der Welt nach drei Kriterien: Welche Richtlinien hat das Unternehmen zum Schutz der Hühnerhaltung? Wann wollen die Firmen Maßnahmen ergreifen, um die Lebensbedingungen der Tiere zu verbessern? Und wie berichtet das Unternehmen dann über seine Fortschritte zur Verbesserung des Tierwohls? Dafür vergab die Organisation Noten von „Very Good“ bis „Failing“. Spoiler: Alle Firmen erhielten im Gesamtranking maximal ein „Poor“ – was einer Note Vier entspricht.

Brutale Methoden, keine Transparenz

Konkret bekamen Burger King, Starbucks und Subway ein „Poor“, McDonalds, KFC, Pizza Hut und die südafrikanische Schnellrestaurantkette Nando’s ein „Very Poor“, und Domino’s ein „Failing“, also die Note Sechs. Keine der untersuchten Firmen hat verbindliche Richtlinien zum Schutz der Tiere. World Animal Protection wirft den Unternehmen vor, brutale Methoden zu tolerieren. Zudem arbeite keine der Fast-Food-Ketten transparent, was die Haltung der Tiere betrifft: Den Kunden werden laut Report wenige bis gar keine Informationen dazu bereitgestellt, inwieweit sich die Firmen um das Wohl der Tiere kümmern.

Die Tiere, die später von KFC und Co. zu handlichen, appetitlichen und meist frittierten Häppchen verarbeitet werden, leben wie insgesamt 40 Milliarden andere Hühner weltweit in Massentierhaltung. Die meisten von ihnen leiden unter Platzmangel. Sie werden so gezüchtet, dass sie extrem schnell schlachtreif sind, ihre Brust wird so schwer, dass die Beine den eigenen Körper kaum tragen können, heißt es in dem Report. Weiterhin kritisiert WAP Käfighaltung, unnatürliche und langweilige Umgebung und unnatürliches Licht.

World Animal Protection fordert die Fastfood-Ketten dazu auf, sich mehr um das Wohl der Tiere zu kümmern und Verantwortung zu übernehmen. Der britische Independent konfrontierte die Firmen mit den Vorwürfen. Nicht alle wollten sich äußern. Ein Sprecher von KFC sagte demnach: „KFC ist das Wohlbefinden und das menschliche Behandeln von Hühnern sehr wichtig. Wir sind stolz auf unsere verantwortungsbewussten, branchenführenden Tierschutzrichtlinien und engagieren uns seit langem für die Verbesserung des Nutztierschutzes durch unseren Multi-Stakeholder-Tierschutzbeirat und unsere globale Tierschutzpolitik.“

Das klingt gut, widerspricht den Ergebnissen der Tierschutzorganisation aber ziemlich. Laut Report hat sich KFC zwar verpflichtet, den Schutz der Hühner zu verbessern. Die Richtlinien seien aber nicht streng genug. Die Ziele zur Verbesserung des Tierwohls seien in einigen Ländern zwar vorhanden, aber nicht besonders umfangreich. Und beim Thema Transparenz kassierte die Fast-Food-Kette, die sich immerhin auf frittierte Hühnchen spezialisiert hat, eine glatte Note Sechs.

Dagegen, wie Zulieferer von Fast-Food-Ketten die Tiere behandeln, protestieren Tierschützer immer wieder. 2015 hat die Schnellrestaurantkette für die BBC-Dokumentation „Billion Dollar Chicken Shop“ Reporter in einen der Ställe gelassen. Zu sehen sind Hühner, die sich aneinander drängen, laut Tierschützern in ihren eigenen Fäkalien lebend. KFC verteidigte sich: Den Tieren gehe es gut.

soas

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