Gemüse im Wasserkocher? Mei, warum nicht...

Gemüse im Wasserkocher? Mei, warum nicht...

Foto: Achse

Als der 36-jährige Schriftsteller Thomas Götz von Aust zur Untermiete in einer WG wohnte und plötzlich das Gas abgestellt wurde, musste er zwangsläufig kreativ werden. „Da bin ich auf die Idee gekommen, mir Suppen im Wasserkocher warm zu machen. Später habe ich dann meine ersten Spaghetti darin gekocht“, sagt er heute.

Nun möchte er noch mehr Menschen von dieser ungewöhnlichen Art des Kochens überzeugen und hat deshalb ein ganzes Kochbuch mit hundert Rezepten für den Wasserkocher geschrieben: „The Joy of Waterboiling“. Thomas hat eine Kickstarter-Kampagne gestartet, um es zu finanzieren.

So ungewöhnlich die Idee auch ist, ein Wasserkocher hat tatsächlich viele Vorteile: Die meisten Menschen haben einen zu Hause, er ist nicht besonders teuer und sein Stromverbrauch ist laut Thomas gering. „Es macht auch einfach Spaß nicht nach gewohnten Vorgaben zu kochen. Es ist eine experimentelle und kreative Herangehensweise. Außerdem braucht man dafür nicht mal eine Küche. Deshalb ist Kochen mit dem Wasserkocher besonders für Studenten eine super Sache.“

Ob der Wasserkocher durchsichtig ist oder nicht, ist dabei Geschmackssache. Thomas selbst kocht im Edelstahlwasserkocher. „Wichtig ist, dass der Wasserkocher ein verdecktes Heizelement hat. Es darf also keine offene Heizspirale darin sein, sonst kann sich dort etwas verfangen und das führt zu einem Kurzschluss ­– ich spreche da aus Erfahrung“, sagt er. Es sei außerdem gut, wenn das Gerät mindestens 1,5 bis 1,75 Liter fasst, weil man dann mehr zubereiten könne. „Außerdem muss der Deckel möglichst weit zu öffnen sein, um mit dem Löffel gut umrühren zu können.“

Die Gerichte im Kochbuch sind einfach gehalten, Thomas hat aber mittlerweile schon mehr ausprobiert. „Das Anspruchsvollste, was ich bisher gemacht habe, war ein Drei-Gänge-Menü für acht Personen. Dafür habe ich zwei Wasserkocher gebraucht. Es gab als Vorspeise eine Frittaten-Suppe, als Hauptgericht Artischocken-Tagliatelle und zum Nachtisch Schokopudding.“ Von der Tagliatelle mit viel Knoblauch zur süßen Nachspeise, das ist natürlich ein geschmacklich harter Übergang. Aber Thomas sagt: War kein Problem, am Edelstahl sei nichts hängengeblieben und alles habe gut geschmeckt.

Bisher sind über Kickstarter etwas mehr als 4000 Euro zusammengekommen, das Ziel der Kampagne, die noch 16 Tage lang läuft, sind 10.000 Euro. Bis dahin kann man ja vielleicht auch schon mal ohne Anleitung eine Suppe in den Wasserkocher schütten. 

mfry

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