Facebook-ABC: C wie Chef-Ticket

Soll noch mal jemand behaupten, die Deutsche Bahn wäre Social Media-mäßig nicht voll dabei! Der soll sich nur für das Chefticket hinten anstellen.
christina-waechter

Illustration: Julia Schubert

Wer vom 25. Oktober bis zum 7. November auf Facebook ein sogenanntes Chef-Ticket erwirbt, der kann zwischen dem 1. November und dem 15. Dezember für 25 Euro eine einfache Fahrt mit der Deutschen Bahn in Deutschland unternehmen. Immer vorausgesetzt, er hält eine Vorkaufsfrist von mindestens einem Tag ein, entscheidet sich schon beim Kauf für einen Zug, und natürlich auch vorausgesetzt, es sind noch Tickets übrig. Denn das Angebot, das exklusiv über Facebook buchbar ist, gilt selbstverständlich nur, solange der Vorrat reicht. Wobei diese Aussage nicht weiter spezifiziert wird. Ebenfalls gut zu wissen: Rund-, Kreuz- und Querfahrten, sowie Umwege sind beim Chef-Ticket verboten. Diese PR-Aktion hat sich die Frankfurter Agentur Ogilvy ausgedacht und zu der neuen Facebook-Seite auch einen etwas wirr geratenen Werbefilm gedreht und ein Game entwickelt. Einziges Problem: Die Facebook-User freuten sich nur in Maßen über das Angebot und nahmen umso eifriger die Chance wahr, es dem verhassten Konzern einmal so richtig einzuschenken. Auf der Pinnwand der Seite toben sich "Stuttgart 21"-Aktivisten genauso aus, wie genervte Kunden, die ihre letzten Albtraum-Fahrten minutiös wiedergeben, aber auch misstrauische und bestens informierte Kunden, die vom Datenklau über Betrug bis hin zum PR-Gag allerlei Finsteres hinter dem Chef-Ticket vermuten. Immerhin den Datenklau-Verdacht räumen die Bahn-Sprecher eindeutig aus: Eine Speicherung der Kundendaten auf Facebook wird es nicht geben, da der Kartenverkauf auf bahn.de abgewickelt wird. Und der Chef-Ticket-Kunde muss sich nicht einmal mit der Facebook-Seite anfreunden, um ein Ticket erwerben zu können. Schnell muss er aber voraussichtlich schon sein.

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