Facebook-ABC: U wie "unfriending"

Eine neue Studie hat ermittelt, warum sich Nutzer auf Facebook wieder entfreunden. Das Ergebnis: Wer zu viele Freunde hat, sollte möglichst häufig posten - entweder zu höchst kontroversen Themen, oder zu ausgesprochen öden.
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Illustration: Julia Schubert

Dr. Christopher Sibona, Doktorand an der University of Colorado Denver Business School hat die wahrscheinlich erste Studie zum Thema "Unfriending" erstellt. Sibonas hatte beobachtet, dass es zwar viele Untersuchungen dazu gibt, warum und mit wem sich Menschen in sozialen Netzwerken anfreunden. Warum sie diese Freundschaften aber wieder beenden hat aber offensichtlich noch niemand untersucht. Bis jetzt: Sibona beobachtete für die Studie die Twitter-Accounts von über 1.500 Facebook-Usern und fand heraus, dass die meisten Facebook-User sich dazu entscheiden, einen Freund wieder rauszuschmeißen, wenn derjenige allzu oft allzu belanglose Status-Updates postet. Auf Platz zwei der Unfriend-Liste kommen Posts zu kontroversen Themen, wie Politik oder Religion.Platz drei belegten rassistische oder homophobe Status-Zeilen. Sibona fand auch heraus, dass bei mehr als der Hälfte der Unfriend-Aktionen das Verhalten online den Anlass dazu gegeben hatten, während sich 26 Prozent für das Ende der Online-Freundschaft entschieden, nachdem sie sich auch offline gestritten hatten. Es scheint auch, als würde in Online-Freundschaften ein kompliziertes Gleichgewicht herrschen, als im echten Leben. Wer eine Freundschaftsanfrage gesendet hat, hat auch größere Chancen, wieder rausgeworfen zu werden. Und jede Online-Freundschaft hat einen dominanteren Part. In echten Freundschaften gäbe es zwar ebenfalls verdeckte Dynamiken, die seien aber bei weitem nuancierter, als die in sozialen Netzwerken. Und auch um einiges stabiler.

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