Facebook stresst wegen Trumps kleinem Penis

Eine Künstlerin hatte den Politiker nackt in Pastellkreide gezeichnet.

Illma Gore hat Donald Trump die Hosen ausgezogen. Sie hat ihn aus der Fantasie nackt gemalt – und zwar mit einem vergleichsweise kleinen Gemächt. In Pastellkreide. Unter micropenis macht das Bild seit vier Wochen die Runde im Netz. Kein Wunder – Trump wirkt bei seinen Inszenierungen oft größenwahnsinnig. "Make America Great Again" ist sein Motto. So lautet auch der eigentliche Titel des Bildes.

Lustig deshalb, was Gore nun Motherboard erzählte: Ein Mitarbeiter von Trump habe sie angerufen und gebeten, das Bild nicht mehr in ihrem Facebook-Profil zu posten. Gore ignorierte den Anruf und berief sich auf die Kunstfreiheit. (Trump stritt sich in der Zwischenzeit öffentlich mit Konkurrent Marco Rubio über seine Penisgröße. Soviel zum Niveau in diesem US-Wahlkampf.) 

Nur hatte Gore nicht mit Facebook selbst gerechnet. Das soziale Netzwerk habe Gores Account wegen des Penis-Bildes kurzerhand gesperrt, sagte sie. Nach jeder vorübergehenden Blockade ihres Accounts lädt sie das Bild aus Protest wieder hoch. Facebook hat vehement etwas gegen Nacktheit – deshalb gab es schon oft Probleme und absurde Löschaktionen. 

Zum Beispiel Gustave Courbets Ölgemälde “Der Ursprung der Welt": Es zeigt eine Vulva, ist 150 Jahre alt und hängt im Musée d'Orsay in Paris. Egal, für Facebook war es zu explizit. Vor einem Jahr meldete sich Facebook bei einem Lehrer, das das Gemälde gepostet hatte. Er möge es bitte runternehmen. Auch ein Cover des Zeit Magazins von 2012 musste verschwinden, weil es einen Penis zeigte.

Facebook ziert sich außerdem enorm, was stillende Mütter angeht, obwohl die nackte Brust sich in den Bildern nicht an erotisch interessierte Erwachsene richtet. Letzten Herbst wurde das dem deutschen Fotografen Olli Waldhauer zu viel. Unter #nippelstatthetze postete er Bilder, auf denen beides zu sehen war: Nacktheit und Schilder mit rassistischen Sprüchen wie etwa “Kauft nicht bei Kanaken”. Ein Protest gegen Facebooks Löschpolitik, die rigider gegen nackte Haus als gegen Rassismus vorgeht.

Seine eigene Nacktdarstellung kann Trump eventuell auf Ebay zurückkaufen. Dort stand das Bild kürzlich zum Verkauf und erreichte Gebote von mehreren tausend Dollar. Die Auktion ist aber wieder entfernt worden. Gores Account ist an diesem Freitag wieder erreichbar, und sie hat "Make America Great Again" wieder hochgeladen. Sehen kann man es ohnehin überall im Netz, auf Twitter, auf Instagram (das Facebook gehört) und vielen anderen sozialen Netzwerken. Trump hat gegen das micropenis-Bild wohl keine Chance mehr. 

fran

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