Facebook-Studie: Uns trennen nur 3,57 Ecken von allen anderen Nutzern

Wir sind den restlichen Usern viel näher als wir dachten.
Von Melanie Wolfmeier
llustration: daniela rudolf

Die Facebooknutzer der Welt sollen über nur 3,57 Ecken alle miteinander verbandelt sein. Das will jedenfalls eine Studie des sozialen Netzwerkes belegen. "How connected ist the world?" – diese Frage stellten sich Sergey Edunov, Carlos Diuk, Ismail Onur Filiz, Smriti Bhagat und Moira Burke gestern am "Tag des Freundes". Ein Algorhithmus half, die Verbindung unter den 1,59 Milliarden Facebooknutzer aufzudecken.

"Zusammengefasst stellen wir fest, dass die Welt sich näher ist, als man vielleicht angenommen hat", schreiben die Verfasser als Fazit zu ihrer Studie. Vor fünf Jahren hatte Facebook nur 721 Millionen User und der Verbundenheitsgrad lag bei 3,74 Ecken. Mit den ständig steigenden Anmeldungen nimmt der Grad der Verknüpfung logischerweise zu. Meint zum Beispiel: Ich kenne Paul, Paul kennt John, John kennt Aaron und der ist mit Beyoncé befreundet. Ungefähr.

Das sogenannte "Kleine-Welt" Phänomen stammt ursprünglich aus Untersuchungen über die Verhältnisse in der realen Welt. Dort liegen die Berührungspunkte zwischen Mensch A und dem Rest allerdings etwas weiter voneinander entfernt. 1967 ging Stanley Milgram erstmals der Frage nach, wie eng verknüpft die Menschen miteinander sind. Der Sozialforscher fand damals heraus, dass die Kette zwischen gleich welchen Menschen auf der Welt sechs Bekannte lang ist. Sein Ergebnis ist – genau wie die Facebook-Studie – zu allgemein, um wirklich exakt für jeden Einzelnen ein individuelles Verbindungsnetz mit dem Rest der Menschheit ausrechnen zu können.

Nichtsdestotrotz: Es ist doch erstaunlich, wie sehr man aufpassen muss, wenn man über jemanden lästert. Denn der Bekannte von dem Bekannten von dem Bekannten lauert bestimmt schon ums nächste Eck.

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