Charmeoffensive im Zuckerberg-Style

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Mark Zuckerberg hat ein anstrengendes Wochenende hinter sich. Der Facebook-Chef versucht schon lange, seinen Draht zur chinesischen Regierung zu verbessern. Facebook ist dort verboten, damit entgehen Zuckerberg 668 Millionen potentielle Facebook-Nutzer. Die vergangenen Tage hat sich der 31-Jährige in Peking wieder ins Zeug gelegt – und vorgeführt, wie man sich in Zuckerberg-Manier beliebt macht (falls man das denn will):

  •  Gleich mal einen Dauerlauf vor Ort machen, obwohl die Luft verpestet ist: Zuckerberg joggte am Freitag am Tian'anmen-Platz vorbei. Die Feinstaubwerte lagen da gerade um das Dreizehnfache über dem Grenzwert. Der Journalist Peng Yuanwen fragte, ob Zuckerbergs Lunge nun den Smog der chinesischen Hauptstadt gefiltert habe. Andere, wie die Zeitung The Beijinger, wollten lieber wissen: "Wie weit wird er gehen, damit ihm China einen Gefallen tut?"
  • In der Landessprache reden – das kommt immer gut an: Zuckerberg war auch für ein Wirtschaftsforum da, und begann seine Rede dort mit ein paar Sätzen in Mandarin. Das Chinesische übt er schon seit Jahren fleissig. 
  • Den Leiter der Propaganda-Abteilung treffen. Facebook und andere soziale Netzwerke und kritische Seiten sind in China verboten, erst kürzlich hat das Land die Zensur noch verschärft. Am Samstag jedenfalls saß er mit Politbüro-Mitglied Liu Yunshan zusammen – der laut der Nachrichtenagentur Xinhua ein globales Online-Kontrollsystem forderte, um das Internet stärker zu regulieren. 

Facebook ist in China also nach wie vor blockiert – doch Zuckerberg konnte die Sperre umgehen: "Es ist großartig, zurück in Peking zu sein!", postete er am Freitag. Was bei manchen Kopfkratzen hervorrief. "Welchen VPN-Tunnel benutzt er?", fragte ein chinesischer User. Und so richtig, richtig gefallen kann das der chinesischen Regierung nicht, dass Zuckerberg die "Große Firewall" ausgetrickst hat.

fran

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