Spike Lee und Jada Pinkett Smith boykottieren Oscars

Der Regisseur und die Schauspielerin werfen der Jury Rassismus vor.
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Spike Lee protestiert gegen die #Oscarssowhite.

Foto: AP

"Wir können das nicht unterstützen", schrieb Lee auf Instagram. Nachdem er sich zunächst dafür bedankte, im November den Ehren-Oscar für sein Lebenswerk bekommen zu haben, empörte sich der 58-Jährige über die diesjährige Nominiertenliste: "Wie ist es möglich, dass das zweite Jahr in Folge alle 20 Nominierten für die Schauspieler-Kategorie weiß sind? Reden wir erst gar nicht über die anderen Kategorien. 40 weiße Schauspieler in zwei Jahren und kein schwarzer. Können wir nicht schauspielern?"

Lees Frust bekamen vor allem die Verantwortlichen in den Hollywood-Studios zu hören. Er warf ihnen vor, Filmrollen, die Aussicht auf einen Oscar haben, nicht mit schwarzen Schauspielern zu besetzen. Außerdem fehle es an schwarzen Entscheidungsträgern in der US-Filmindustrie. "Es ist einfacher für einen Schwarzen, US-Präsident zu werden, als ein Studio zu führen", sagte er.

Lee ist nicht die einzige Hollywoodgröße, die der Oscar-Verleihung fern bleiben will. Auch die Schauspielerin Jada Pinkett Smith, 44, erklärte, die Film-Gala boykottieren zu wollen. "Bei den Oscars dürfen wir immer gerne die Trophäen überreichen und die Leute unterhalten. Aber unsere künstlerischen Leistungen werden selten anerkannt", schrieb Will Smiths Frau auf Facebook. In einer Video-Botschaft fügte Smith hinzu, sie werde sich die Preisverleihung auch nicht im TV ansehen. "Um Anerkennung zu betteln oder auch nur darum zu bitten, mindert Würde und Macht", erklärte sie.

Oscar-Akademie-Präsidentin "untröstlich"

Erste reuige Worte über die Auswahl der diesjährigen Kandidaten kamen von der schwarzen Präsidentin der Oscar-Akademie, Cheryl Boone Isaacs. Auf Twitter teilte sie mit, sie sei „untröstlich“ und „frustriert“ über die fehlende Vielfalt der Nominierten und kündigte an, die Akademie unternehme „drastische Schritte“, um die Auswahl der nominierten Preisträger zukünftig diverser ausfallen zu lassen. Wie genau das aussehen soll, schrieb sie nicht.

Die "Academy of Motion Picture Arts and Sciences" hatte vergangenen Donnerstag die Oscar-Nominierungen bekanntgegeben. Kurz darauf brach in sozialen Netzwerken unter dem Hashtag #OscarsSoWhite ein Sturm der Empörung über das Fehlen schwarzer Oscar-Anwärter los.

Moderiert wird die Preisverleihung am 28. Februar von dem schwarzen Künstler und Komiker Chris Rock.

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