Das Foto der Woche (33)

In unserer Serie "Foto der Woche" stellen wir regelmäßig die Lieblingsfotos unserer User vor und befragen sie nach der Geschichte hinter dem Bild. Heute: UniHydras bewegte Birken.
juri-gottschall

Jeden Tag werden auf jetzt.de viele großartige Texte geschrieben, die auch oft entsprechend gewürdigt werden. Was man aber gerne mal übersieht: Es werden auch viele tolle Fotos gezeigt, deren Geschichten häufig ein bisschen verborgen bleiben. Um das zu ändern und um diesen Fotos einen etwas prominenteren Platz zu geben, stellen wir hier einmal die Woche ein Foto vor, das uns im jetzt-Kosmos aufgefallen ist und lassen uns die Geschichte dazu erzählen.

Heute mit UniHydra und bewegten Birken.



Wer bist du, was machst du im echten Leben?
Ich bin Isabel und studiere Forstwissenschaften in Göttingen.

Wann und warum ist dieses Bild entstanden und was ist darauf zu sehen?
Entstanden ist das Bild im Oktober 2011 auf der Halde neben der Zeche Zollverein in Essen. Ich hatte einige Tage zuvor mein zweimonatiges Studienpraktikum für die Uni beendet und wollte die letzten Tage bis zum Semesterstart für meine Fotoideen nutzen. Mein Praktikum habe ich im Industriewald Ruhrgebiet absolviert, dort werden Industriebrachen betreut und eine „Zurückeroberung“ der Natur zugelassen. Die ersten Bäume, die auf solchen Brachen vorkommen, sind hier auf dem Bild zu sehen: Sandbirken. Vor allem von der alten Forstwirtschaft als „Unkraut“ verhasst, haben sie mich durch ihre Pioniereigenschaften beeindruckt. Da mir schon länger die Idee einer Langzeitbelichtung im Wald mit verwackeltem Laub und fest stehenden Stämmen vorschwebte, war es da nur die logische Konsequenz es mit meiner neuer Lieblingsbaumart zu versuchen.

Was gefällt dir besonders an deinem Bild und wieso zeigst du es hier im Netz?
Das Lebendige. Durch das Übereinanderlegen von zwei Aufnahmen entwickeln die Birken eine Art Eigenleben. So kann ich mir den Moment immer wieder ins Gedächtnis rufen. Ich zeige es im Netz, weil ich auf die Schönheit des Waldes aufmerksam machen möchte. Man muss nicht immer diese 0815-Fichtenmonokulturen-Fotos machen. 

Mit was für einer Kamera hast du das fotografiert? Fotografierst du rein hobbymäßig oder willst du das mal professionell machen/machst du es schon professionell?
Fotografiert habe ich es mit meiner Canon 50D. Ich fotografiere seit fast sieben Jahren hobbymäßig, gerne auch analog. Es professionell zu betreiben hatte ich immer wieder im Sinn. Aber ich denke, dass sich mein Studium mit der Fotografie verbinden lässt, vielleicht ergibt sich so mal was.

Wie gehst du mit deinen Fotos um? Sind Fotos für dich nur ein Wegwerfprodukt oder für die Ewigkeit?
Trotz digital überlege ich immer erst dreimal, ob ich nun dieses Foto mache. Wenn das Licht nicht passt, dann lasse ich es. Dafür hebe ich danach auf meinen Festplatten jedes geschossene Bild auf. Abzüge mache ich nur von meinen Filmen. Hier brauche ich das Gefühl, dass ich mir den Packen aus dem Schrank holen und mich durch vergangene Zeiten blättern kann.

Zeigst du deine Fotos noch an anderen Orten im Internet?
Ja, ich war jahrelang bei deviantArt aktiv und bin jetzt dabei mich bei flickr häuslich einzurichten. Zudem habe ich meinen Fotoblog und eine etwas vernachlässigte Fotoseite. 

Wessen Fotos würdest du in dieser Rubrik gerne in Zukunft einmal sehen?
Einige Fotos von herderianer finde ich sehr interessant.

Text: juri-gottschall - Foto: UniHydra

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