Fünf Songs für die Zwischenzeit

Ein Ritterschlag von Giorgio Moroder, wundervolle Verletzlichkeit, eine junge Frau aus der Nachbarschaft und zwei alte Männer: Fünf Songs, die nicht mehr Sommer, noch nicht Winter und trotzdem nicht unbedingt Herbst sind.
christian-helten

Claire (Giorgio Moroder Remix) - Broken Promised Land
Wir fangen lokalpatriotisch an: mit Claire. Die Münchner Aufsteiger des Jahres. Das ist hinreichend bekannt, ebenso wie die sehr schön herbstliche Musik, die sie machen. Vor ein paar Tagen war aber jeglicher Anflug von Herbst-Depression verschwunden bei Claire. Da ist nämlich ein Remix ihres Songs "Broken Promised Land" erschienen. Ein Remix von Giorgio Moroder. Ja, wirklich, gemeint ist tatsächlich der Gott-des-Synthesizers-und-Disko-Legende-Moroder. Mehr Ritterschlag geht kaum, zumal für eine Münchner Band. Und dann hat er auch noch selbst Vocals beigesteuert! Claire sind glücklich, und dieses Glück wollen wir teilen.

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Weiter - Toll
Und dieser Song rückt noch näher: Nachbarschaftssympathie aus Haidhausen (ein Stadtteil von München). Weil: Wenn im selben Video die Lieblingskellnerin aus einem der besten Lokale mitspielt, das grotesk dicke Lichtkünstler-Auto, das die Straßen immer blockiert, herumkurvt und überhaupt die Band ihr Domizil drei Straßen weiter hat, dann freut das einfach. Und wenn die Sängerin (bekannt von Marsmobil) dann auch noch so schöne Zeilen wie "Dann hat ‚Früh’ schon Angst vor ‚Später’" oder "Ich will nicht, was ihr von mir wollt/Ich find’ Wahrhaftigkeit echt toll" singt, dann ist das, na ja, eben: "Toll". Das Album von Weiter ist am vergangenen Freitag erschienen. Produziert hat’s Oliver Wrage, bekannt als Bassist von LaBrassBanda. So, und damit genug Münchner Nabelschau. Weiter geht’s hinterm Tellerrand. In London:



London Grammar - Strong
Obwohl Herbst ist und man’s mit melancholischen Klängen nicht übertreiben sollte, ist Hannah Reid von der tollen Band London Grammar aus den Playlists (und Köpfen) der Redaktionsjungs  nicht wegzudenken - diese Frau gewordene Verletzlichkeit mit blonden Haaren und dunkler Stimme. Und da London Grammar seit einer Weile die Web-Hype-Band der Stunde sind und ihr erstes Album quasi vor der Tür steht, kommen sie heute in die Fünf Songs. Melancholie hin oder her.  

http://vimeo.com/71084497

Feist & Timber Timbre - Don]
Zum Schluss noch zwei alte Männer – der eine aber zumindest gesungen von einer etwas jüngeren und in jedem Fall sehr tollen Frau: 2010 hat Peter Gabriel auf "Scratch My Back" Songs von Kollegen interpretiert. Vor kurzem ist nun das Folgewerk "And I’ll scratch yours" erschienen, auf dem die Kollegen sich revanchieren. Hier zu hören: Die wundervolle Feist, wie sie zusammen mit den dunkelschaurigen Timber Timbre "Don’t Give Up" singt.  


Eric Clapton - Circus Left Town
Und hier also der zweite alte Mann aus drei jungen Anlässen: Erstens hat der Kollege Stremmel jüngst : "Eric Clapton unplugged! Wurde jemals ein noch besseres Album erschaffen?" Zweitens wurde dieses quasi beste Album der Welt gerade neu aufgelegt und zwar mit ein paar bislang unveröffentlichten Nummern. Unter anderem "Circus Left Town", was einfach peinigend schön ist – auch wegen des so samtigen Bassspiels von Nathan East. Und den kennen wir jungen Club-Hüpfer von? Na? Genau: "Get Lucky" und ein paar anderen Songs vom aktuellen Daft-Punk-Album. Die wissen ja schließlich auch, wer gut ist - egal, wie alt.  



Text: christian-helten - jakob-biazza, Foto: YouTube

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