Das ist der nächste heiße Scheiß im Gaming

Und warum dich das interessiert.
Von Caspar von Au

Bei "Battleborn" kämpfen fünf gegen fünf Helden gegeneinander. Den eigenen Helden steuert man aus der Ich-Perspektive.

Screenshot PR/2K

Gerade ist „Battleborn“ für Computer, Xbox und Playstation auf den Markt gekommen. Das Spiel markiert möglicherweise den Anfang einer neuen Ära. Einem neuen Genre genannt SHMOBAS, Hero-Shooter oder eben MOBA-Shooter. 

Halt mal! Was soll denn bitte MOBA überhaupt heißen?

MOBA ist kurz für Multiplayer Online Battle Arena, und das ist das erfolgreichste Computerspiel-Genre derzeit, gemessen an den Spielerzahlen. Das wichtigste Prinzip von MOBAs: Man spielt sie aus der Vogelperspektive. Die beiden bekanntesten Vertreter heißen „League of Legends“ und „Dota 2“. "League of Legends" zocken rund 27 Millionen Menschen täglich. Bei der "Dota-2"-Weltmeisterschaft „The International“ ging es um ein Preisgeld von mehr als 18,4 Millionen US-Dollar.

In MOBAs kämpfen zwei Teams mit je fünf Spielern gegeneinander. Das Spielfeld ist eine Art Arena: Beide Teams haben eine Basis, die von Türmen bewacht wird. Von der eigenen führen typischerweise drei Wege in die gegnerische Basis, die es zu zerstören gilt. Jeder Spieler steuert einen Helden mit einzigartigen Fähigkeiten, die er im Laufe des Spiels durch Weiterentwicklungen stetig verbessern kann. Außerdem kann er den Helden durch das Kaufen von virtuellen Gegenständen weiter verbessern.

Schön. Und was geht mich das an?

Weil MOBAs seit einigen Jahren so verdammt erfolgreich sind, wollen viele Spieleentwickler in das Millionengeschäft mit Online-Spielen einsteigen. Neben MOBAs gibt es noch eine zweite Art von Online-Games, die bei Spielern sehr beliebt sind: Ego-Shooter wie „Counter-Strike“, „Call of Duty“, „Team Fortress 2“ oder „Quake“. Daher versuchen die Entwickler beide Spielegenres zu verbinden und haben die MOBA-Shooter geschaffen. Das Spielprinzip ist dasselbe wie bei MOBAs, also zwei Teams, die sich auf einem festgelegten Spielfeld mit Helden bekämpfen – nur aus der Ich-Perspektive.

Auch wenn es sich natürlich noch nicht abschätzen lässt, rechnen viele Experten damit, dass MOBA-Shooters Millionen von Gamern anziehen werden. Dazu kommt, dass sich das Genre gut als E-Sport-Disziplin eignet. Weil mehrere Spieler gleichzeitig online zocken können, und noch viel wichtiger, weil sie sich durch das Spielprinzip relativ einfach ausbalancieren lassen. Es könnte also gut sein, dass MOBA-Shooter demnächst auf E-Sport-Turnieren mit hohen Preisgeldern gespielt werden.

Welche MOBA-Shooter gibt es schon, welche kommen noch?

So ganz neu ist die Idee nun doch nicht. Bei „Smite“, einem MOBA-Game, das 2014 erschienen ist, steuert der Spieler seinen Helden immerhin aus der Third-Person-Perspektive. Die meisten Spiele des aktuellen Trends werden jedoch aus der Ich-Perspektive gespielt. Der ganz große Erfolg ist bei Smite ausgeblieben. 

In "Overwatch", das erst noch erscheint, bekämpfen sich Helden mit Laserpistolen. Im Bild: Torbjorn, Lucio und Tracer (v. l. n. r.)

Screenshot PR/Blizzard

Am 3. Mai ist mit "Battleborn" der erste größere Titel erschienen. (Den Test dazu liest du hier.) "Battleborn" spielt in einer Science-Fiction-Welt in der Zukunft. Auf den ersten Blick ganz ähnlich sieht „Overwatch“ von Blizzard aus. Viele Fans erwarten von "Overwatch" am meisten, denn Blizzard hat in der Vergangenheit schon sehr erfolgreiche Online-Spiele wie „World of Warcraft“, „Hearthstone“ und „StarCraft II“ herausgebracht. Das Spiel erscheint am 24. Mai.

 

Weitere MOBA-Shooter, die in diesem Jahr herauskommen sollen, sind „Paragon“, „All Orcs Must Die Unchained“, „Fortnite“ und „Lawbreakers“.

 

Warum sollte das erfolgreich sein?

Die Entwickler erhoffen sich, durch die Kombination der besten Elemente aus MOBAs und Ego-Shootern eine breite Masse von Spielern anzusprechen. Dass das Spielprinzip MOBA sehr gut funktioniert, zeigen "League of Legends" und "Dota 2". Durch die Ich-Perspektive soll der Spieler noch mehr ins Geschehen hineingezogen werden und so eine noch präzisere Steuerung möglich sein. Auch das ist ein Punkt, der für den E-Sport interessant ist.

 

Gleichzeitig könnte die Ich-Perspektive auch zum Problem dieses neuen Genres werden. MOBAs, die üblicherweise aus der Vogelperspektive gesteuert werden, sind extrem kompliziert. Die Helden haben in der Regel bis zu vier verschiedene Zauber plus Gegenstände, die man durch Knopfdruck aktivieren muss. Um den richtigen Zauber zum richtigen Zeitpunkt einzusetzen, braucht es Überblick, den die Ich-Perspektive nicht bietet. Die Entwickler müssen daher einen Weg finden, das Spielprinzip von MOBAs etwas zu vereinfachen, ohne es kaputtzumachen. Ob das gelingt und wie die Gamer "Battleborn", "Overwatch" und Co annehmen, bleibt abzuwarten.

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