Technik-Kolumne (4): Wie werde ich bekannt?

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Wenn es ums Internet geht, ist viel von der so genannten „Aufmerksamkeits-Ökonomie“ die Rede. Damit ist gemeint, dass Aufmerksamkeit eine Art Währung ist: Wenn du bekannt wirst, hast du gute Chancen, davon zu profitieren, zum Beispiel dadurch, dass du Aufträge bekommst, in der Blogger- / Foto- / Musik-Szene eine anständige Credibility hast – oder dir einfach nur scharenweise Jungs (oder auch Mädchen) nachlaufen...

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Illustration: Julia Schubert

All das erreichst du unter anderem dadurch, dass deine „Werke“ (also eben Texte, Musik, Grafiken und anderes) so oft wie möglich veröffentlicht werden. Wenn du sie einfach nur ins Netz stellst – in dein Weblog, deine Flickr-Seite oder dein MySpace-Profil – dann gilt immer das, was das Urheberrechtsgesetz vorschreibt: Niemand darf dein Werk veröffentlichen, ohne dich um Erlaubnis zu bitten. Das gilt ganz automatisch, ohne dass du etwas tun musst. Du brauchst kein Copyright-Zeichen einzufügen oder den Satz „Alle Rechte vorbehalten“ anzuhängen. Das ist ein zum einen ein guter Schutz, der Dich davor bewahrt, dass andere mit deiner Kreativität etwas machen, was du nicht möchtest. Aber es ist zugleich Sand im Getriebe. Denn wenn jeder, der dein Foto in seinem Weblog veröffentlichen will, erst herausfinden muss, wie er dich erreicht, um dich dann um Erlaubnis zu bitten, wird er es im Zweifel einfach lassen und ein anderes Foto nehmen – etwa eins, das unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht ist. Mit dieser Lizenz kann man anderen die Erlaubnis geben, bestimmte Dinge mit Werken zu tun, etwa, sie zu veröffentlichen oder zu bearbeiten. Das geht so: Du klickst auf der Seite http://de.creativecommons.org den Knopf „selber publizieren“ (oben rechts) und baust dir anschließend per Mausklick die passende Lizenz zusammen. Soll jemand anderes deinen Text nur veröffentlichen dürfen, oder auch verändern? Darf er ihn auch für kommerzielle Zwecke verwenden, oder nur für nicht-kommerzielle? Anschließend bekommst Du einen Link und einen Button, den du zu deinem Song, deinem Foto oder deiner Grafik stellst, und schon wissen die anderen, was sie damit machen dürfen. Idealerweise passiert anschließend Folgendes: Hunderttausende von Menschen schauen dein selbst gemachtes Video an, stellen es auf ihre Webseiten, in ihre Blogs, und du wirst dadurch so bekannt, dass dir die Produzenten die Tür einrennen und viel Geld anbieten, damit Du für sie arbeitest. Das ist schon passiert: zum Beispiel den beiden skurrilen Laborkittel-Typen von Eepybird.com, die für ihre Cola&Mentos-Videos inzwischen für den Fernseh-Oscar Emmy nominiert sind. Zugegeben, das kann nicht jedem gelingen. Aber wenn du es versuchen willst, können die CC-Lizenzen eine Hilfe sein. Wenn Du jetzt sagst: „Es gibt aber doch viele Kreative, die von dem, was sie schaffen, leben müssen, indem sie die Rechte daran direkt verkaufen, etwa Fotografen an ihren Fotos oder Journalisten an ihren Texten“ – dann stimmt das oft. Aber oft eben auch nicht. So sind alle Texte auf iRights.info unter einer CC-Lizenz veröffentlicht. Weil sie mit öffentlichem Geld (zum Beispiel vom Verbraucherschutzministerium) erstellt wurden und wir Redakteure sagen, dass sie der Öffentlichkeit so gut wie möglich zur Verfügung stehen sollen. Dazu gehört übrigens auch der iRights-Text über Creative Commons, in dem genauer erklärt wird, wie die Lizenzen funktionieren und du sie verwenden kannst. Mehr zum Thema Creative Commons im Schwerpunkt "Andere Zeiten, andere Lizenzen" bei iRights.info

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