Daniel Craig alias James Bond alias noch viele andere Rollen (man sollte ja nicht über eine einzige Rolle definiert werden) wurde Montag mit einem fragwürdigen Tweet konfrontiert. Der britische Moderator Piers Morgan (bekannt aus „Good Morning Britain“) sah sich augenscheinlich dazu animiert, die Männlichkeit des Schauspielers infrage zu stellen – weil er sein Baby in einer Trage vor Bauch und Brust trägt: „Oh 007 .. not you as well?!!!“

Später führte er noch aus, dass er nicht das Tragen per se als Schande des männlichen Geschlechts betrachte, sondern vielmehr die Art und Weise wie. Eine Tragevorrichtung („papoose“), wie Craig sie verwendet, ist in seinen Augen wohl kein adäquates Gadget eines 007-Agenten. Und erst recht nicht das eines gestandenen Mannes.

Mal außer Acht lassend, dass der Alkohol missbrauchende, Menschen wie Tontauben abschießende, rumvagabundierende James Bond wohl eher nicht das Paradebeispiel eines Vaters ist, lässt die Provokation Morgans auch auf ein ziemlich vorzeitliches Bild von Männlichkeit schließen.

Nach alter Twitter-Manier wurde aus der ganzen Nummer dann schnell das „Papoose-Gate“. Im Rahmen dessen äußern sich nun mehr und mehr Unterstützer Craigs, die ihren Unmut gegenüber dem konservativen Moderator freien Lauf lassen.

Auch Prominente äußerten sich. Besonders die Posts von Chris Evans und Alex Volkanovski, in denen sie mit Craig sympathisieren, dürften Morgan seinen antiquierten Idealtypus von Mann überdenken lassen.

Evans ist vielen als „Captain America“ aus den Marvel-Filmen bekannt, und Volkanovski ist ein Martial-Arts-Kämpfer mit dem treffenden Spitznamen „The Hulk“. Viel mehr Mann geht nicht, oder, Piers?

schja