[object Object]

Nathaniel, 20, Nigeria:

 

„Ich bin seit dem 24. Juli in München. Gestern haben wir mit einer Gruppe einen Ausflug in den Olympiapark gemacht, wir haben ein Konzert besucht und das Feuerwerk angeschaut. Ich habe auch das Riesenrad fotografiert, aber ich bin nicht damit gefahren. Es war mir zu hoch . . . Es ist spät geworden, darum bin ich jetzt etwas müde. Aber ich hätte trotzdem gerne noch mehr Zeit im Park gehabt. Sie haben uns erzählt, dass auf dem Gelände alle Sportler gewohnt haben, als die Olympischen Spiele in München waren, und dass oben im Turm ein Restaurant ist, aber wir konnten das leider nicht alles anschauen.

 

Vor ein paar Tagen waren wir baden am Fluss. Dafür sind wir an dieser Haltestelle ausgestiegen, die ich extra fotografiert habe, damit ich den Namen nicht vergesse und später weiß, wo ich wieder in die Bahn steigen muss. Auf einem Foto kann man die Brücke sehen, an der wir waren. An meinem ersten Tag war ich beim Bayern-München-Shop, ich kannte und mochte die Mannschaft schon, bevor ich hergekommen bin. Und auf einer Senegal-Party in der Nähe des Hauptbahnhofs war ich auch schon.  

 

Den Hauptbahnhof fand ich beim ersten Mal sehr verwirrend. Als ich nach München gebracht wurde, hat man mich dort abgesetzt, mir ein Ticket und eine Karte der Züge in die Hand gedrückt und das war’s. Man muss total aufpassen, dass man nicht in den falschen Zug steigt. Ich habe jemandem die Karte gezeigt und er hat mir geholfen, die richtige Bahn zu finden, obwohl er selbst zum Zug musste. Das war sehr nett. Ich mag München, die Leute sind sehr freundlich hier, und ich möchte gerne noch viel mehr über die Stadt und ihre Geschichte wissen. Ich habe gehört, dass es dieses alte Tor gibt, durch das man früher gehen musste, um in die Stadt zu kommen. So etwas finde ich spannend.“ 

[object Object]

 

Julius, 21, und Kelvin, 20, Nigeria:

 

Kelvin: „Wir haben uns hier im Camp kennengelernt und benutzen zusammen ein Telefon. Heute spielen wir Fußball im Park, gestern waren wir mit einer größeren Gruppe im Olympiapark. Auf dem Weg dahin sind wir am Bahnhof vorbeigekommen, auf dem Foto sieht man Julius vor einem Zug.“

 

Julius: „Das da im Wasser ist Kelvin. Wir waren vor drei Tagen baden im Fluss. Sehr erfrischend! Wenn wir in die Stadt fahren, sind wir sonst meistens am Bahnhof und gehen da in der Gegend ein bisschen spazieren. Nimm du das Telefon mal, du musst ein Foto von unserer Fußballgruppe machen!“

 

 

[object Object]

Dundu, 29, Senegal

 

Das Foto habe ich im Olympia Park gemacht, da war glaube ich gerade ein Festival, als ich dort war. Ich finde Hubschrauber super, im Senegal bin ich mal in einem mitgeflogen und es war toll, die Stadt von oben zu sehen. Ich bin seit fünf Monaten in München. Manchmal gehe ich in den Park und die BMW-Welt habe ich zum Beispiel auch schon mal besucht.

 

Ich wohne in der Bayernkaserne und wir machen mit eine Gruppe von Flüchtlingen immer wieder Ausflüge in die Stadt. Ich gehe gerne dahin, wo viele Menschen sind, um mal etwas anderes zu sehen, andere Farben zu sehen. Und München ist sehr bunt, das mag ich. Ich spreche auch immer wieder Menschen an, um mich mit ihnen auszutauschen und ich mag es, sie zum Lachen zu bringen.

 

Es ist aber auch schon passiert, dass Leute nicht mit mir gesprochen haben. Ich habe sie nach dem Weg gefragt und sie haben mich einfach weggeschickt. Aber so ist das Leben – es gibt eben gute und schlechte Menschen.

[object Object]

Zahid, 24, Pakistan:

 

„Ich bin erst vor zwei Tagen angekommen und heute werde ich schon weiterverlegt, nach Gießen. Bisher waren hier alle sehr nett und in Deutschland ist es gut. Es gibt ein Gesundheitssystem und soziale Sicherheit. Das einzige Foto, das ich bisher gemacht habe, ist das von dem Essen in der Kantine der Bayernkaserne. Ich habe es meiner Familie und Freunden bei Whatsapp geschickt, um ihnen zu zeigen, dass ich jetzt in Deutschland bin und etwas zu Essen habe.“

 

[object Object]

Ibrahim, 28, Syrien:

 

„Ich habe in Damaskus Automechaniker gelernt und will meine Ausbildung hier beenden. Seit einem Jahr bin ich jetzt hier und diese Woche beginnt endlich mein Praktikum in einer kleinen Werkstatt. Mittlerweile ist mein Deutsch ganz gut und ich hoffe, danach in einem größeren Betrieb anfangen zu können.

 

Mein Lieblingsort ist das Deutsche Museum. Als Mechaniker könnte ich mir da stundenlang die ganzen Maschinen anschauen, aber leider ist der Eintritt ziemlich teuer. Im Sommer gibt es aber auch genug andere Dinge zu tun. Meiner Familie in Damaskus schicke ich meine Bilder nicht. Das würde sie nur unnötig traurig machen. Verglichen mit zu Hause ist es hier schließlich wie im Paradies.“

 

 

[object Object]

 

Adnan, 23, und sein Bruder Ahmad, 26, Syrien:

 

„Ahmad ist mein Bruder. Vor einem halben Jahr sind wir zusammen in Deggendorf angekommen. Im Winter. Sehr lange wussten wir nicht, ob da überhaupt jemand wohnt. Die Stadt lag im Schnee komplett lahm. Es gab keine Möglichkeit, Anschluss an die Dorfgemeinschaft zu finden oder Deutsch zu lernen. Wir hatten Glück und wurden zusammen in eine Unterkunft in München verlegt. Ahmad hat als Elektriker Arbeit gefunden und ich möchte im Herbst mein Medizinstudium fortsetzen. Dafür muss ich ziemlich viel Stoff nachholen.

 

Gerade leben wir in einer Turnhalle mit 66 anderen Menschen. Da ist Lernen nicht möglich. Ich setze mich deshalb oft mit meinen Büchern in den Englischen Garten oder die Bibliothek am Rosenheimer Platz. In unserer Freizeit klappern wir die ganze Stadt mit dem Rad ab.

 

Ich habe über 500 Fotos aus dem Tierpark, vom Chinesischen Turm, dem Olympiapark, der Allianzarena und allem, was man hier so anschauen kann. Was mich am meisten beeindruckt in München: Die ganzen Baustellen. Die Stadt verändert sich jeden Tag.“