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In Niedersachen haben ihn schon über 3000 Menschen: einen Schwerbehindertenausweis mit Schwer-in-Ordnung-Hülle. In Köln überlegt man nun, diesem Vorbild zu folgen.

Foto: dpa/Britta Pedersen

Im Oktober 2017 eroberte die Idee der damals 14-jährigen Hannah aus Pinneberg die sozialen Netzwerke: Das Mädchen mit Downsyndrom hatte aus ihrem Schwerbehindertenausweis einen „Schwer-in-Ordnung-Ausweis“ gemacht. Sie fühle sich damit einfach wohler, weil die übliche Bezeichnung ihrer Meinung nach nicht zu ihrem Ausweis passe.

Seitdem ist viel passiert: In vielen Bundesländern wie Hamburg, Brandenburg und Niedersachsen werden inzwischen „Schwer-in-Ordnung“-Schutzhüllen für Schwerbehindertenausweise kostenlos auf Nachfrage ausgegeben.

Am Donnerstag wollen nun auch Kölner Politiker darüber abstimmen, ob eine solche Hülle eingeführt werden soll. Das hat die SPD-Fraktion gemeinsam mit der Linken und der Ratsgruppe Bunt beantragt.

Denn viele sind begeistert von den Hüllen: Sie helfe vielen Menschen mit Behinderung, selbstbewusster aufzutreten. Außerdem würden die Hüllen auch gesunde Menschen zum Nachdenken anregen und helfen, die Stigmatisierung um Behinderung und Betroffene einzudämmen. So haben sich in Niedersachen schon mehr als 3000 Menschen mit Behinderung eine solche Hülle abgeholt.

Andere finden die Idee aber nicht so gut. Sie sagen, es helfe der Inklusion nicht, sondern arbeite sogar dagegen. So führt die Bloggerin „Rollifräulein“ in einem Blogeintrag zum Thema aus, dass es eine solche Änderung gar nicht brauche. Denn „das Wort 'Behinderung' hat von sich aus keine negative Bedeutung. Es ist die Beschreibung eines Zustandes. Nicht mehr und nicht weniger.“ Erst wenn man den Begriff immer wieder negativ besetzt, wird er zum Problem.

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Und auch diese Menschen kämpfen gegen die Stigmatisierung von Behinderung: