Warum wir jetzt Blut spenden sollten

Das Deutsche Rote Kreuz beobachtet mit Sorge, dass die Blutspenden aufgrund des Coronavirus zurückgehen.
Von Niko Kappel

Foto: Christian Charisius / dpa; Bearbeitung: jetzt

Wer gesund ist, kann weiterhin Blut spenden. Das ist die Nachricht, die das Deutsche Rote Kreuz momentan verbreitet. Denn auch bei der Blutspende machen sich die Auswirkungen des Coronavirus bemerkbar. In Sachsen zum Beispiel ist die Versorgung mit Blutpräparaten laut MDR nur noch auf niedrigstem Niveau gesichert. Ein Notstand steht dort unmittelbar bevor. Auch Niedersachsen droht eine Versorgungslücke, weil weniger Menschen spenden gehen. Aus Angst davor, sich mit dem Coronavirus zu infizieren oder andere anzustecken. In Baden-Württemberg und Hessen sind von allen Blutgruppen nur noch geringe Spendermengen verfügbar. Bei den Blutgruppen A- und 0- ist der Stand laut DRK sogar beunruhigend niedrig. 

Auch Bayern befindet sich am unteren Rand der Versorgung. Das bestätigt auch Patric Nohe, Sprecher des Blutspendediensts des Deutschen Roten Kreuzes. „Es gibt aber noch keinen Notstand“, sagt Nohe. „Wir sollten nicht in Panik verfallen.“ Aber der Trend der Blutspenden gehe täglich nach unten. „Am vergangenen Dienstag waren wir in Bayern deutlich unter den 2000 Blutkonserven, die wir pro Tag benötigen.“ Bei den Terminen zur Blutspende bestehe kein erhöhtes Infektions-Risiko, sagt Nohe. „Generell sollten Menschen nur Blut spenden, wenn sie sich gesund fühlen. Außerdem haben wir bei der Blutspende seit jeher strenge Hygienebedingungen.“

Es gibt keinerlei Hinweise, dass das Virus über das Blut übertragen wird

Trotzdem wurden wegen des Coronavirus auch bei der Blutspende die Hygienebedingungen erhöht. Die Räume der Blutspendestellen werden ausreichend gelüftet und desinfiziert, bei den Spender*innen wird die Köpertemperatur gemessen. Corona-Tests vor der Blutspende gibt es allerdings nicht. Wer Symptome hat, sollte laut DRK zu Hause bleiben. Aber nur, damit das Ansteckrisiko vor Ort bei der Blutspende gering gehalten wird. Es gibt nämlich keinerlei Hinweise, dass der Erreger über das Blut übertragen wird.

Um die Ansteckungsgefahr vor Ort gering zu halten, gibt es auch bei der Blutspende Regeln für potenziell infizierte Personen. Wer Kontakt zu infizierten Personen hatte, darf vier Wochen kein Blut spenden, das Gleiche gilt für Menschen, die sich in den Risikogebieten aufgehalten haben. Welche Gebiete die Blutspendedienste als Risikogebiete einstufen, verrät einem der Reise-Check des Bayerischen Roten Kreuzes. Wer nachweislich an Covid-19 erkrankt ist, darf je nach Bundesland zwei bis drei Monate kein Blut spenden.

Die Blundspende ist für das Gesundheitssystem alternativlos

Das Deutsche Rote Kreuz ist auf kontinuierliches Engagement bei der Blutspende angewiesen. Puffer können auch bei der momentanen Gesundheitskrise schwer aufgebaut werden, weil Blutkonserven nur 42 Tage lang haltbar sind. Bundesweit wurden schon mehrere Blutspendetermine abgesagt. Das kann verheerende Folgen haben, sagt Patric Nohe. „Wir appellieren auch an die Locations, die Termine nicht abzusagen. Blutspende braucht ein Dach über dem Kopf. Es ist richtig, dass die Öffentlichkeit dazu aufgerufen ist, daheim zu bleiben. Aber eine Blutspende ist kein Kinobesuch. Sie ist alternativlos für unser Gesundheitssystem.“ 

„Generell sollten alle, die sich gesund fühlen, darüber nachdenken, ob sie nicht Blut spenden möchten“, sagt Patric Nohe. „Wir brauchen die Menschen für diesen unersetzlichen Dienst an der Gemeinschaft.“ Die für jedes Bundesland spezifischen Informationen zur Blutspende während der Corona-Pandemie gibt es auf der Website des Deutschen Roten Kreuzes. Dort kann man das Bundesland, in dem man spendet, auswählen und bekommt die dazu notwendigen Informationen. Auch die noch stattfindenden Termine zur Blutspende finden sich im Internet.

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