Die Erziehung eines Telefonverkäufers

So wirst du ekelhaft freundliche Telefonmarketing-Anrufer los: eine Anleitung in fünf Schritten
tobias-peter

Morgens halb acht in deinem Zimmer. Es ist dein erster freier Tag seit Wochen, du schläfst friedlich – bis das Telefon klingelt. Beim 13. oder 14. Klingeln gehst du dran, weil du befürchtest, es könnte ein Notfall in der Familie sein. Von wegen. Es ist der ekelhaft freundliche Herr Schulz, der dir einen neuen Internet-Tarif andrehen möchte. Außerdem hat er auch Handy-Verträge und Penis-Verlängerungs-Vakuumpumpen im Angebot. Was tun? Wie wirst du Schulz schnell und dauerhaft wieder los? Gibt es überhaupt eine erfolgreiche Strategie?

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Illustration: Julia Schubert

Illustration: dirk-schmidt
1. Vergeblich bemühst du dich, Herrn Schulz darauf hinzuweisen, dass du weder deine Verweildauer im Internet noch sonst etwas verlängern möchtest. Er redet und redet.
2. Gern würdest du Herrn Schulz mit dem Telefonkabel an seinen Schreibtisch fesseln und ihn mit der Vakuumpumpe zwangsbeatmen. Alternativ könntest du dir auch sehr gut vorstellen, ihm 1001 Handys in den Mund zu stopfen. Oder Medizinbälle, vielleicht auch anderswohin. Hart, aber fair wäre, den Anrufer einzusperren und ihn zu zwingen, ohne Unterbrechung alle bislang gesendeten Folgen von „Johannes B. Kerner“ anzuschauen. Doch leider befindet sich der freundliche Herr Schulz in einer angemessenen Entfernung von dir. Noch schlimmer: Du weißt noch nicht mal wo. Auf der Straße würdest du ihn auch nicht erkennen…
3. Du könntest hoffen, dass Gott ihn bestraft. Der ist in solchen Dingen jedoch viel zu unzuverlässig.
4. Natürlich könntest du auch einfach auflegen und auf diese Weise das Gespräch abrupt beenden. Vergiss es. Das würde den Herrn Schulz auf keinen Fall davon abhalten, dich bald wieder anzurufen. Vielmehr ist eine wohldurchdachte erzieherische Maßnahme nötig, um ihn für immer und ewig von deinem Leben fernzuhalten.
5. Deshalb unterbrichst du Herrn Schulz energisch und sagst: „Jetzt ist es ungünstig. Aber wenn es wichtig ist, rufe ich Sie heute Abend gern privat zurück. Geben Sie mir doch bitte ihre Nummer.“ Privat? Lieber nicht, antwortet Herr Schulz. Daheim möchte er auch mal seine Ruhe haben.

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