Das kannst du auch: was Lustiges ins Netz schreiben, das anschließend oft geliked oder geretweetet wird. Suche dir einfach einen der folgenden sechs Witztypen aus und lege los!


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1. Der Wort-Witz
Das brauchst du: Ein Gespür für Worte und du musst Bezüge sehen, wo sie auf den ersten Blick nicht erkennbar sind.
Aktuelles Beispiel: Richard Gutjahr über den Unterschied zwischen einer Washington Post und der Washington Post oder Niels Ruf über Fleisch, Gemüse und den Veggie-Day.
Großes Vorbild: Die Tweets vom Verfaschungsschutz.

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2. Der Kontextwitz
Das brauchst du: Vorwissen um den Kontext der Meldung, die es zu bespaßen gilt. Im Kontext steckt sicher etwas, das du mit der eigentlichen Meldung kombinieren kann. Das, was heraus kommt, muss nicht unbedingt sinnvoll sein, lustig ist es vermutlich schon.
Aktuelles Beispiel: Marc Ambinders Vorschlag die Einkäufe bei Amazon mit den Einkäufen von Jeff Bezos zu verbinden:

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Großes Vorbild: Die SMS-Nachrichten von Hillary Clinton. Hier wurde ein simples Fotos in immer neue aktuelle Kontexte gestellt.




3. Der spitzfindige Witz
Das brauchst du: Ein gutes sortiertes Text- und am besten auch Foto-Archiv oder mindestens eine flinke Netzsuche. Denn das wichtigste für den spitzfindigen Witz ist ein besonderes Fundstück, das die aktuelle Meldung in einem neuen Licht erscheinen lässt. Dabei kann es sich um einen Link oder besser noch um ein Foto handeln, mit dem niemand gerechnet hat.
Aktuelles Beispiel: Im Falle Bezos wurde plötzlich ein Interview der Berliner Zeitung weltweit rumgereicht, in dem der Mann die gedruckte Tageszeitung im Prinzip für beendet erklärt. Es wanderte schließlich sogar aus dem Social-Web auf große amerikanische Tech-Seiten.
Großes Vorbild: Das Joachim-Gauck-Maschmeyer-Foto - wurde veröffentlicht, nachdem alle über die Verbindungen des alten Bundespräsidenten zur so genannten Hannover Highsociety berichteten und dann den neuen im gleichen Kontext entdeckten.




4. Der Kombinations-Witz
Das brauchst du: Genaue Kenntnis um den Aufenthaltsort von Lothar Matthäus. Der Rekordnationalspieler eignet sich perfekt für diese Art von Live-Lustigsein. Man kann ihn stets in die Nachrichtenlage integrieren (zum Beispiel als möglichen Nachfolger für irgendwas), noch besser eigenen sich allerdings Verbindungen zu anderen tagesaktuellen Meldungen.
Aktuelles Beispiel: Max von Malotki bringt Bezos und Mollath zusammen

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Großes Vorbild: Loddarholdingthings.




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5. Der professionelle Witz:
Das brauchst du: Eine Zeitung, ein Magazin oder eine Website, auf der möglichst viele tagesaktuelle Nachrichten abgehandelt werden. Diese musst du dem Gegenstand des Witzes anpassen. Wird immer häufiger auch von klassischen Nicht-Medien verwendet. Beim letzten großen Live-Lustig-Event - dem so genannten Royal Baby - verbreiteten Firmen überall auf der Welt vermeintliche lustige Posts um ihre Produkte im Aufmerksamkeitstrom zu platzieren
Aktuelles Beispiel: Die Startseite der Huffington Post (Bild von Bezos mit der großen Zeile "Primed") oder die Überschrift auf salon.com: Der Eisberg rettet die Titanic.
Großes Vorbild: Die Titelzeilen der taz und, etwas weiter rechts im Mainstream, "Wir sind Papst" von der Bildzeitung




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6. Der Meta-Witz
Das brauchst du: Distanz (und ein wenig Wut auf die anderen Witzemacher, die schneller waren).
Aktuelles Beispiel: Dieser Text hier oder Mario Sixtus' schon in der Nacht getwitterte Distanzierung von dem oben zitierten Witz, alternativ dieser Tweet vom Papst-Rücktritt.
Großes Vorbild: Ein Nachrichtenthema wird witztechnisch veredelt, wenn es zu einem Tumblr gemacht wird. Die Sexismus-Debatte um Rainer Brüderle erreichte dieses Meta-Stadium als Brüderle getumblrt wurde. Bei Bezos, Mollath und dem Veggie-Day steht diese Stufe noch aus...

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Mehr über Witze im sozialen Netz gibt es im Phänomeme-Blog der Süddeutschen Zeitung!