Hashtag der Woche: #freebradley

Am Wochenende fand das "International Bradley Manning Solidarity Weekend" statt. Auf Twitter geht der Protest gegen die Haftbedingungen des mutmaßlichen Whistleblowers weiter.
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Illustration: Julia Schubert



Es war das größte Leck in der Geschichte des amerikanischen Militärs: Erst veröffentlichte Wikileaks das Video „Collateral Murder“, in dem amerikanische Soldaten zu sehen sind, die aus einem Hubschrauber auf Zivilisten schießen, als befänden sie sich in einem Rambo-Film. Danach zeichneten geheime Afghanistan-Berichte ein neues Bild des Militäreinsatzes am Hindukusch, und die vertrauliche Depeschen von US-Diplomaten offenbarten Peinlichkeiten und haarsträubende Gepflogenheiten aus Botschaften in aller Welt.

Dementsprechend hart setzen die Behörden dem jungen Mann zu, der im Verdacht steht, die geheimen Dokumente an Wikileaks weitergegeben zu haben. Der 23-Jährige Bradley Manning sitzt seit Sommer 2010 in den USA in Haft, unter Bedingungen, die unter anderem Amnesty International bereits kritisierte. Die Militärjustiz verdächtigt Manning der „Hilfe für den Feind“ – ein Verbrechen, das mit dem Tod bestraft werden kann.

Das hat weltweite Empörung hervorgerufen. Unterstützer sammeln Geld für Mannings Verteidigung, rufen zu Demonstrationen auf und organisieren Aktionen wie das „International Bradley Manning Solidarity Weekend“ am vergangenen Wochenende: Hier sollten auch Künstler mit ihren Arbeiten auf Mannings Situation aufmerksam machen.

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Illustration: Julia Schubert


Inhaftierte Whistleblower-Ikone: Bradley Manning (Foto: AP)

Auf Twitter manifestiert sich die Solidarität mit dem mutmaßlichen Whistleblower unter dem Hashtag #freebradley. Hier, so scheint es, läuft alles zusammen, was Manning-Sympathisanten und -Unterstützer wissen müssen. Aktuell: dass die Online-Petitions-NGO Avaaz.org Barack Obama in einer Petition dazu aufruft, die „Folter, Isolation und öffentliche Demütigung“ Mannings sofort zu beenden; dass Manning auf der Liste der 100 einflussreichsten Personen des Time Magazines zur Wahl steht (Momentan auf Platz 26, Tendenz steigend); und dass 250 einflussreiche US-Wissenschaftler einen Protestbrief gegen seine Behandlung unterschrieben haben – darunter auch Laurence Tribe, einer der führenden US-Verfassungsrechtler aus Harvard, der Barack Obama unterrichtete und ihn bei den Wahlen 2008 unterstützte.

Wem der Informationsfluss von #freebradley noch nicht genug ist, dem bieten sich übrigens noch ein paar Varianten: #freemanning, #BradleyManning oder #savebradley.

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