Die R&B- und HipHop-Kolumne mit Hanna. Heute: K.I.Z., Lil Wayne, Sepalot, Jonesmann und N.E.R.D.

Die Musikkolumne für alles, was zwischen Eastcoast und Aggro Berlin herumflowt. Hanna hält einmal im Monat für uns das Ohr an die Straße
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Illustration: Julia Schubert

K.I.Z. – Live: CD & DVD und das erste interaktive Video der Welt Beginnen wir mit einer schaurigen Horrornachricht:. K.I.Z. haben das erste interaktive Musikvideo der Welt produziert und führen uns in eine düstere Welt mit Blut, Leichen und Finsternis. Ist das schon psychopathisch oder einfach nur K.I.Z.? Zu finden ist das Szenario auf kiz-neuruppin.de Ausserdem: Einen unvergesslichen Konzertabend von K.I.Z. kann man nun Revue passieren lassen. Denn auf der CD „Hahnenkampf Live“ vereinen sich alle Hits von Tarek, Maxim, Nico und DJ Craft. Sehen kann man das auch alles, nämlich auf der „Hahnenkampf Live“-DVD. Neben dem kompletten Konzert im Berliner Huxleys, findet sich darauf eine Tourdokumentation, die alle offenen Fragen zu K.I.Z. klärt. +++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

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Illustration: Julia Schubert

Sepalot – Red Handed Wer bisher dachte, dass House und Electro einfach zu weit weg von HipHop sind, wird hiermit seine Meinung um 180 Grad ändern. Die Soulstimme wird mit Funk-Electro-Sounds aufgefrischt und der jazzig, gebrochene Beat mit glasklaren Housevocals kombiniert. Nie zu vergessen, die tief liegenden HipHop-Wurzeln von Sepalot, die zwar in jedem Stück zu spüren sind, aber nicht an die einseitige nur noch auf Synthies und Samples ausgelegte Rapbewegung erinnern, wie sie zurzeit in den Charts zu hören ist. Sepalot , Produzent und DJ der Band Blumentopf, hat auf seiner weltweiten Schau über den Tellerrand so einige musikalische Eindrücke aufsaugen können. Nun nimmt er seine Fans mit auf diese Reise und presst seine große Liebe, den HipHop, in ein zeitgenössisches Kunstwerk, das sich vor keiner Clubmusik verstecken muss. „Red Handed“ ist gefüllt mit so viel Groove und Seele, dass es zu einem Genuss wird, diesem Sound zu lauschen. Den Song „Did It Again“ zusammen mit Saigon gibt es hier als Freedownload . +++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

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Illustration: Julia Schubert
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Illustration: Julia Schubert

Jonesmann – Echte Musik Fuhrmann und Bendt – 2 Chaoten Ich habe selten so gelacht. „Echte Musik“ nennt Jonesmann seine Platte und rammt sich damit selbst seinen Ellenbogen in den Magen. Frauen, Kohle, Autos und der Struggle des Lebens, das ist echte Musik, nein, noch besser, das ist das echte Leben. Einfallslose Battletracks, R&B-Hooks, dicke Autos und noch dickere Hosen. Kurz: diese Platte braucht man nicht. Die wenigen glaubwürdigen Songs, wie „Echte Musik“ feat. Olli Banjo ohne Bling-Bling und Nutten, „Erzähl mir“ zusammen mit Josof und Juvel oder die wirklich gelungene Soloperformance „Ein Mal“, kann man sich da besser bei einem Musikanbieter im Internet laden. Selber fragt sich Jonesmann in einem Song „Warum bin ich hier?“. Tja, das kann ich ihm auch nicht beantworten.

Zurück in den Kindergarten, ähm sorry, ich meine natürlich zur Schulbank: Fuhrmann und Bendt heißen die zwei Chaoten, die mit viel Ironie und nicht ganz so viel Raptalent ihre 22-Track lange Platte präsentieren. Was genau der rote Faden ist, weiß ich ehrlich gesagt nicht, denn man kann den Jungs nur mit Mühe konzentriert zu hören. Es geht links rein und rechts wieder raus. Chaotisch eben.

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Illustration: Julia Schubert

Lil Wayne – Tha Carter III “Your first patient is suffering from a lack of concept, originality. His flow is weak and he has no style.”, so die Diagnose der Krankenschwester. Ein großer Seitenhieb in Richtung aktueller HipHop. Aber einen Patienten kann man auch heilen. Also, lieber Dr. Lil Wayne, „watcha got for um?”. Lil Waynehat mit „Tha Carter III“ eine heilende Medizin, die bereits nach den ersten Tönen wirkt. Wandlungsfähig und unheimlich kreativ ist der Gute, rezitiert Rihannas „Umbrella“ und Beyonces „Irreplaceable“, singt mit Betty Wright, brüllt und rappt mit jamaikanischem Akzent. Es macht Freude diesem Album zu folgen, weil man nie weiß, was als nächstes passiert. Unerwartete Wendungen nicht nur aus sprachlicher sondern auch aus musikalischer Sicht. Besonders bemerkenswert sind hier die Stücke „Dontgetit“, wo Lil Wayne es schafft zwischen dem Original „Don’t Let Me Be Misunderstood“ von Nina Simone und seinem Raptrack hin- und her zu switchen, und „Tie My Hands“, das zwar traditionsgemäß „Rap trifft auf Gesang“ widerspiegelt, jedoch ein eindrucksvolles Statement liefert: „First came the hurricane then the morning sun“. 16-Track plus Bonus-Disc ist diese Operation lang. Und am Ende heißt es nur: „His eyes open. I reply with a nice welcome back. HipHop I saved your life.” Seht hier das Video zu “Lollipop”:

Und hier gibt es einen Freedownload von “A Milli“ +++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

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Illustration: Julia Schubert

N.E.R.D. – Seeing Sounds Erinnert ihr euch an Pharrells Worte im Jahr 2000? „Die Neptunes sind ein Job, aber N.E.R.D. ist, wer wir sind.“ Pharrell Williams, Chad Hugo und Shae Haley sind N.E.R.D. und machen auch auf “Seeing Sounds“ ihrem Ruf mal wieder alle Ehre. Gekonnt schaffen die drei Männer einen musikalischen Klangmantel aus mächtigen Beats, smoothen Samples und prägnanten Textzeilen. Einziges Manko ist die stimmliche Leistung. Denn neben den hervorragend produzierten Beats, bleibt die stimmliche Sensation leider aus. Trotzdem: wer diesen Groove nicht in seinen Beinen fühlt, hat wahrlich mit Musik nicht viel zu tun. Hier gibt es den Liveauftritt von N.E.R.D in der Show von Jay Leno:

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Illustration: Julia Schubert

Psssst: Ende Mai ist ausserdem das Spoken Word Album “Urbane Märchen” von den Drei glorreichen Halunken erschienen. Dahinter verbergen sich die drei Spoken Word Künstler Junyg, Maras und Sushi. Dies dürfte sicherlich etwas Abwechslung in die geordnete HipHop-Sammlung bringen:

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ Zu Abschluss: Alltime Classic Keine Frage, Jay-Zs “Hard Knock Life” zählt definitiv zu den klassischen Schmankerln:

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