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Oh, mega! Die R&B- und HipHop-Kolumne mit Hanna

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Wenn es um Kool Savas geht, spaltet sich die deutsche Rapszene. Die einen halten ihn für den King of Rap, die anderen würden ihn lieber in Rente sehen. Dennoch ist die Rapgemeinde mindestens genauso gespannt auf Savas Zweitling „Tot oder lebendig“, wie Fussballfans auf die nächste WM. Warum? Weil Savas nach seinem Debüt „Der beste Tag meines Lebens“ fünf Jahre verstreichen ließ. Und was soll ich sagen? Die Platte ist gut: es gibt keinen schlechten Track, die Beats sind schön rund (stammen alle von Produzentin Melbeatz) und Savas bietet uns mal wieder verwirrend geniale Wortspiele. Trotzdem kann hier keine Rede von einem Klassiker sein. Zu wenig Abwechslung, zu wenig Tiefe, zu wenig Tracks. Herausragende Songs wie „Mona Lisa“ oder das sozialkritische „Krank“ sind leider in Unterzahl. Hier das Video zur ersten Single „Der Beweis“:

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ Nun zu einem weiteren King of Rap. Oder besser gesagt: dem King of Rap. Zwar musste ihm ein Hollywoodstreifen namens „American Gangster“ als Inspirationsquelle dienen, doch was ein PR-Gag zu sein scheint, ist tatsächlich Jay-Zs Rückkehr zur Straße. 70er-Soul, Funk und Dirty South Töne – Jay und seine fleißigen Helfer (u.a. Diddy, Pharrell und Kanye West) haben den ganz alten Scheiß zusammengewürfelt und Samples von Marvin Gaye und Barry White dazu gemixt, - so als ob es sich um eine Pokerrunde handeln würde. Der musikalische Höhepunkt ist jedoch Jay-Z selbst, der auf seine „Reasonable Doubt“-Ära zurückblickt und sich erinnert: an die Drogen, die Schießereien, das Rapgame und den Weg zum Erfolg. Wer jetzt noch mit dem Argument kommt, dass Jigga ja mittlerweile die Straße nicht mehr kennt, hat gar nichts verstanden. Denn Jay-Z macht immer noch „black superhero music“. Ein bisschen Magie gefällig? Hier geht’s zu Jiggas „Blue Magic“:

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ Von Magie kann man auch sprechen, wenn man die Karriere des jungen Chris Brown beobachtet. Er hat die Verschnaufpause von Usher genutzt und gleich eine ganze Musikkarriere aufgebaut. Und das auch noch sehr erfolgreich. Auf der Gästeliste tummeln sich HipHop-Größen wie Kanye West, Big Boi, Game, Lil Wayne, T-Pain und Will.I.Am.

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„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.

Illustration: Julia Schubert

Browns Album „Exclusive“ überzeugt mit Stimme, Charme und Musik. Sogar wenn er sich mit einem Sample von Beyonces „Irreplaceable“ (in dem Song „With You“) versucht, hört es sich noch gut an. Der Chartstürmer „Kiss Kiss“ sowie das Crunk-inspirierte „Wall To Wall“ sorgen für abwechslungsreiches Hörvergnügen und auch die restlichen Songs reichen von Hip Hop über Soul zu rockigen Stücken. Einziger Minuspunkt: durch so viele Songwriter und Produzenten weiß man am Ende gar nicht mehr, was von Chris Brown ist und was nicht. Hier seht ihr das neue Video von Chris Browns „Kiss Kiss“:

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ Auf der nächsten Seite: Angie Stone, Alicia Keys und Kano.


Rapeinlagen im Geschwindigkeitsbereich eines Twista gibt es auf Kanos Zweitwerk “London Town”. Der britische Rapper überzeugt mit düsteren Elektrosounds und süßem britischen Akzent. Songs wie das einzig und allein mit Gitarrenakustik unterlegte „Fightin the nation“ beweisen hier mal wieder, dass HipHop mehr sein kann, als ein dröhnender Bass mit Gangsterbeat. Hier eine Live-Aufnahme im Studio zu „This is the girl“ - zusammen mit R&B-Schnuckel Craig David:

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„Meist schweißt es die Partner eher zusammen, wenn sie gemeinsam die Depression überstehen”, sagt Dr. Gabriele Pitschel-Walz.

Illustration: Julia Schubert

Die Vorzeichen stehen eigentlich gut: das Cover posiert mit dem legendären Stax-Logo, Marvin Gayes Studio diente als Aufnahmeort und die gesangliche Qualität der Sängerin kann sich ebenfalls sehen lassen. Schade nur, dass sich Angie Stone mit Klischees und ausgelutschten R&B-Instrumentierungen abgibt, anstatt mehr solcher Songs wie „My People“, „Play Wit It“ oder „Go Back To Your Life“ aus den Ärmeln zu zaubern. Letzteres überzeugt mit einem A capella-Stück und in dem Erstgenannten liefert Stone uns ein herrlich groovendes Duett mit James Ingram. ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ Ja, ich muss zugeben: Ich bin ein großer Fan von Alicia Keys. Die lange Zeit zwischen ihrem letzten Album und der neuen Platte „As I Am“ habe ich nur mit Mühe überstanden. Doch das Album einmal in den Händen gehalten, kann man es nie wieder loslassen. Überhaupt nur, wenn man es vom CD-Player ins Auto transportieren muss. Und dafür gibt es ja mittlerweile mp3-Spieler. Soul, Jazz, Funk, HipHop und R&B verschmelzen miteinander und mal wieder entführt uns Ms. Keys mit ihrem Pianospiel in bisher noch unentdeckte Welten. Unübertrefflich sind dabei Stücke wie das fesselnde „No One“, das wunderschöne „Lesson learned“ mit Duettpartner John Mayer oder das groovende „Superwoman“. Neun Grammys hat sie schon, der nächste müsste mit diesem Album auch drin sein! Alicia Keys live erleben? Kein Problem:

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ Facts: Kool Savas – Tot oder lebendig – Label: Sony BMG – VÖ: 02.11.2007 Jay-Z – American Gangster – Label: Universal – VÖ: 09.11.2007 Chris Brown – Exclusive – Label: Sony BMG – VÖ: 02.11.2007 Kano – Lodon Town – Label: Warner Music – VÖ: 02.11.2007 Angie Stone – The Art of Love & War – Label: Universal - VÖ: 26.10.2007 Alicia Keys – As I Am – Label: Sony BMG – VÖ: 09.11.2007

Text: hanna-vandervelden - Fotos: Universal, Sony

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