Ein amerikanischer Comedian sucht den deutschen Humor

Im Humorinstitut in Leipzig findet er ihn schon mal nicht.

Der amerikanische Comedian Brooks Wheelan hat sich ein interessantes Projekt vorgenommen: Er reist einmal quer durch Europa und macht sich auf die Suche nach dem Humor der einzelnen Länder. Klar, dass eines seiner ersten Ziele Deutschland war – das Land, in dem Humor traditionell so großgeschrieben wird, dass es sogar ein Deutsches Institut für Humor gibt, in dem man selbigen erlernen kann.

Selbstverständlich begibt sich Brooks sofort zu eben diesem Institut, wo ihm von einer freundlichen Dame der typisch deutsche Humor in typisch deutscher Manier gelehrt wird: nämlich per Flipchart.  

Laughs in Translation - Germany

Interessanter wird es für Brooks, der ein Jahr lang Mitglied des „Saturday Night Life“-Cast war, als er sich mit dem deutschen Stand-Up-Comedian Manuel Wolff trifft. Der erklärt ihm, dass es unter anderem auch an der Grammatik, und insbesondere der verschachtelten Satz-Struktur der deutschen Sprache liegt, dass Deutsche nicht so gut Witze erzählen können. Die sogenannte „Punch-Line“, die bei jedem Witz am Ende des Satzes kommen sollte (so ungefähr wie der Tusch bei einer Fastnachts-Sitzung), landet in der deutschen Übersetzung eher in der Mitte des Satzes –  und zerstört damit den üblichen „ba-da-bing“-Rhythmus des Witze-Erzählens.

 

Am Ende seiner Reise durch die deutsche Humorlandschaft landet Brooks zusammen mit Manuel Wolff in einem Keller bei einer äußerst schrägen Open-Mike-Veranstaltung – und stellt fest: „This is, like, THE most german thing I’ve ever seen“. Am Ende darf Brooks dann auch noch mal ran – und bekommt natürlich die meisten Lacher. Sein Fazit: es gibt Deutsche mit Humor, sie befinden sich alle in diesem Keller – und sollen sich ja nicht einschüchtern lassen.   

 

chwa

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